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    10.10.2023AQ 2146
    »Aber ich fühl doch so viel!«
    0:003:58
    Die Gefühle, die du has(s)t. Du kannst Gefühle haben und du kannst Gefühle hassen.Die meisten Menschen hassen ihre Gefühle, selbst dann, wenn sie sagen: »Aber ich fühl doch so viel!« Den nächsten Teil des Satzes sagen sie nicht und der lautet: »Und ich würde lieber weniger fühlen, denn ich mag meine Gefühle nicht, ich hasse sie sogar oder zumindest einen bestimmten Teil der Gefühle. Die guten finde ich okay, aber die schlechten, die mag ich nicht. Schlechte Gefühle sind ja auch überhaupt nicht hilfreich. Wozu hat man die überhaupt? Immer muss ich die schlechten Gefühle fühlen! Was bitte soll das bringen?«Tatsächlich fühlen die meisten Menschen auch die guten Gefühle nicht wirklich gern, zumindest tun sie alles oder sehr viel, um sie nicht zu fühlen oder um sie weniger zu fühlen. Sie tun zum Beispiel alles, um die guten Gefühle anderen mitzuteilen. Sie wollen ihre guten Gefühle mit anderen teilen. Das führt aber zwangsläufig dazu, dass sie in dem Moment, in dem sie die guten Gefühle fühlen würden, nicht fühlen. Denn sie müssen ja gerade anderen erklären, wie schön das ist.Wir sind Meister im Verdrängen von Gefühlen, während wir behaupten, ganz intensiv zu fühlen. Wären wir in der Lage, unsere Gefühle zu haben, statt zu hassen, müssten wir viel seltener intervenieren, sowohl bei uns als auch bei den anderen. Wir müssten sowohl uns als auch den anderen weniger gute Ratschläge geben. Wir müssten niemandem erklären, wie er sich verhalten sollte.Wir könnten die Gefühle, die wir haben, einfach fühlen, unabhängig davon, ob wir sie hassen oder nicht.