Der Verstand wünscht sich Dinge für die Zukunft, damit der Emotionalkörper nicht mehr getriggert wird. Das war der Satz, den ich zu Pia gesagt habe, nach dem wir wussten, wir müssen aufnehmen und aus dem dann der Podcast entstanden ist. Wenn man das Zitat auf positive und negative Gefühle erweitert, könnte man sagen: »Damit der Emotionalkörper nicht negativ getriggert wird oder positiv getriggert wird.«Das bedeutet, der Verstand denkt sich in einen Zustand, wie er jetzt gerade nicht ist und wie er sehr wahrscheinlich noch nie in deinem Leben war. Das bedeutet, dass deine Wünsche von vornherein unerfüllbar sind. Und es gibt keinen anderen Grund für deine Wünsche, als dass du dir wünschst, dass dein Emotionalkörper nicht mehr negativ getriggert wird oder nur noch positiv getriggert wird.Würden diese Gründe wegfallen, gäbe es keinen Grund mehr, dir irgendetwas zu wünschen. Und das ist wiederum der Grund dafür, dass Menschen, die in der Lage sind, ihren Emotionalkörper zu fühlen, statt ihn verdrängen zu wollen, wunschlos glücklich sind. Sie haben weder den Wunsch, negative Emotionen verdrängen zu wollen, noch haben sie den Wunsch, nur noch positive Emotionen fühlen und wahrnehmen zu wollen. Sie sind mit den Gefühlen zufrieden, die jetzt hier sind. Damit erübrigt sich jeder weitere Verdrängungsmechanismus. Und jeder Wunsch ist ein Verdrängungsmechanismus. Wenn du bereit bist, deine Gefühle zu fühlen, fallen also genau genommen nicht die Wünsche weg, sondern deine Verdrängungsmechanismen. Und selbstverständlich geschieht das nicht über Nacht, sondern im Lauf der Jahre.Schließlich hattest du auch Jahre Zeit, deine unbewussten Verdrängungsmechanismen einzuüben. Und nur weil es dir einmal klar wird, wie es funktioniert, heißt das nicht, dass der gesamte Mechanismus einfach plötzlich wegfällt. Ich weiß, dass dir ein Großteil der spirituellen Szene und wahrscheinlich der gesamte Teil der Coaching Szene etwas anderes erzählt. Ich kann dir aber aus eigener Erfahrung nichts berichten, was die behaupten.Meine Wünsche waren keine Herzenswünsche. Es waren auch keine Seelenwünsche und es war auch nicht gut für mich, dass ich so lange an ihnen festgehalten habe. Meine Wünsche haben mich wirklich nirgends hingebracht. Sie waren keine Unterstützung. Sie waren kein positiver Antrieb in meinem Leben. Sie waren tatsächlich die ganze Zeit eine Last. Eine Last, die ich für normal hielt.Ich konnte es mir gar nicht anders vorstellen. Und natürlich waren sie nicht die Last an sich, sondern ein Ergebnis meiner gefühlten Last. Sie sind entstanden, weil ich weg von hier wollte. Ich wollte woanders sein. Und ich wollte nur deshalb woanders sein, weil es da, wo ich war, nicht schön war. Meine Wünsche waren also eine Verdrängungsreaktion auf das, was ich erlebt habe.Und wenn dir jetzt Coaches erzählen wollen, dass Wünsche etwas ganz Wichtiges sind, dann stimmt das einfach nicht. Ein echter Herzenswunsch, ein echter Seelenwunsch manifestiert sich von alleine. Da braucht es keinen Wunsch und keinen Willen von dir. Bei der Manifestation von solchen Wünschen geht es auch nicht darum, ob du das Ergebnis gut findest und ob das alles immer wunderschön ist.Da geht es darum, dass es so sein soll. Alles, was sich nicht von alleine manifestiert, ist nicht echt, ist kein echter Wunsch, sondern ein Verdrängungsmechanismus deines Verstandes, um deinen Emotionalkörper nicht wahrnehmen zu müssen. Er nutzt das unerwünschte Gefühl, um zu wünschen. Ein Wunsch ist also tatsächlich nur ein unerwünschtes Gefühl.