"Mama, ich muss das nicht lernen. Ich mache es einfach, wenn ich es kann!" Kinder tragen die gesamte Weisheit dieser Welt längst in sich. Das heutige Zitat war Aufwachquickie 314 am 3. Oktober 2018 und damit gleichzeitig der erste Audioquickie, bei dem ich nur das Zitat vorgelesen habe. Heute sage ich ein bisschen mehr dazu. Mir wurde dieses Zitat tatsächlich so übermittelt. Ein Kind, das gesagt hat: »Mama, ich muss das nicht lernen. Ich mache es einfach, wenn ich es kann!« Und als ich das gehört habe, dachte ich, das könnte auch von einem spirituellen Lehrer sein. Und tatsächlich ist das Kind ein spiritueller Lehrer. Natürlich nur dann, wenn sich das Kind ungehindert entwickeln kann und nicht durch uns eingeschränkt wird. Denn ein sogenannter Erwachsener sagt dem Kind ja als Antwort etwas vollkommen anderes als: »Oh, ich glaube, du bist mein spiritueller Lehrer!« Ein sogenannter guter Erwachsener sagt in diesem Moment: »Ja, mein Kind, das kannst du dir nicht aussuchen, wann du das lernst, das legen schon die anderen fest. Du musst ja in die Schule gehen und da sagen dir die Lehrer, was du tun musst und was du lernen musst. Was ich dir natürlich nicht sage, ist, dass es gar nicht stimmt, dass du in die Schule musst. Aber das habe ja noch nicht einmal ich als Erwachsener verstanden. Deshalb kann ich es dir auch nicht erklären. Deshalb kann ich dir nicht sagen: 'Ich sage dir, du musst, weil ich Angst vor den Konsequenzen habe, die mir drohen, wenn ich dich nicht schicke.' Und genauso wenig kann ich dir sagen, dass ich nur deshalb denke, dass du etwas lernen musst. Und zwar dann, wenn ich es sage oder wenn es andere meinen, weil ich Angst habe, dass du später mal keinen Job findest. Aber auch das ist mir natürlich nicht klar, deswegen kann ich es dir gar nicht ehrlich sagen. Ich habe ja mich selbst noch nicht einmal so weit reflektiert, dass ich es für mich sagen könnte. Wie sollte ich es also dir sagen können? Ich selbst weiß ja auch nicht, warum ich Dinge tue oder nicht tue. Ich merke ja gar nicht, dass ich selbst meine eigenen Programme an mir abarbeite und dass ich das deshalb auch bei dir machen muss. Ich kann ja meine eigene Unbewusstheit nicht sehen und ich denke noch nicht einmal, dass es Unbewusstheit sein könnte. Ich fühle mich sehr bewusst, denn ich fühle mich dir überlegen. Ich weiß, was sich gehört und was sich nicht gehört. Und ich weiß das, weil ich in deinem Alter Kontakt mit Menschen hatte, die mir genau das Gleiche gesagt haben. Deshalb, mein Kind, kann ich deine Weisheit nicht sehen. Und falls du sie mir zeigst, oder falls mich andere darauf hinweisen, muss ich sie instinktiv ablehnen, denn du würdest alles gefährden, was ich mir aufgebaut habe. Mein Weltbild und meine gesamte Welt würden in sich selbst zusammenfallen. Mein Ego würde zusammenbrechen und ich könnte nichts mehr tun, wie ich es bisher getan habe. Du bist der Zerstörer meiner alten Welt und das will ich nicht. Ich will nicht, dass du meine alte Welt zerstörst, denn sie bedeutet mir alles. Und sie war meine Rettung, als ich in deinem Alter war. Und deshalb gebe ich dir jetzt die gleiche Medizin, die auch ich bekommen habe. Die Medizin, die dafür gesorgt hat, dass ich ein falsches Selbst entwickle. Und dieses falsche Selbst gebe ich hiermit an dich weiter. Selbstverständlich ist mir auch das alles nicht klar und selbstverständlich würde ich es bestreiten, falls mich jemand damit konfrontiert. Denn wenn mein Kind mein Weltbild nicht zerstören darf, dann darf es auch kein anderer.«