Wenn du dich nicht gut fühlst, dann kannst du dich nicht fühlen. Das heutige Zitat könnte wie ein Wortspiel wirken, ist es vielleicht auch, es geht aber weit darüber hinaus. Denn wenn du gut bist darin, dich zu fühlen, dann brauchst du dich nicht mehr die ganze Zeit gut fühlen.Der Verstand interpretiert diesen Satz so, dass er etwas falsch macht und dass du dich gut fühlen würdest, wenn du dich fühlen kannst. Was ich damit meine, ist aber etwas anderes. Und zwar, dass dein Urteil über "dich nicht gut fühlen" verschwinden würde, wenn du dich fühlen kannst. Sobald du dich fühlen kannst, musst du dich nicht mehr die ganze Zeit gut fühlen. Du kannst dich auch schlecht fühlen. Denn wenn du dich fühlen kannst, das heißt, wenn du deine Gefühle fühlen kannst in deinem Körper, dann verschwindet im Laufe der Zeit dein Urteil über "gut fühlen" und "schlecht fühlen".Du wirst im Laufe der Zeit auch die Frage "Wie geht es dir?" nicht mehr so einfach beantworten können. Und auch "Wie fühlst du dich?" wird immer schwieriger beantwortbar. Und das hat einen ganz einfachen Grund: Weil du dich fühlst, statt darüber nachzudenken und statt Worte dafür zu finden! Natürlich kannst du noch sagen: »Heute habe ich einen ganz guten Tag!« Oder »Heute habe ich einen eher schlechten Tag.« Aber im Laufe der Zeit wird dieser Kontrast weniger. Du hast einen Tag und du fühlst dich. Du fühlst dich sowohl dann, wenn du dich gut fühlst, als auch dann, wenn du dich schlecht fühlst. Mehr ist gar nicht notwendig. Du brauchst dann keine Übersprungshandlungen und auch keine Übersprungsgedanken mehr, die dich nur davon ablenken, wie es tatsächlich ist, die dich davon ablenken, wie du dich fühlst.Die meisten Menschen sind so gefangen in diesem binären Konstrukt von gut und schlecht, dass sie absolut keine Chance haben zu verstehen, was ich damit meine. Dieses Verständnis ist nicht einmal in spirituellen Kreisen weitverbreitet. Und das ist auch kein Wunder, denn es ist ja auch gar kein Verständnis, sondern ein Erleben.Natürlich kannst du dem Zitat und der Erklärung vom Verstand her widersprechen. Das geht ja immer und das ist immer ganz einfach möglich. Das heißt aber noch lange nicht, dass du recht hast. Es ist nämlich einfach möglich, dass derjenige, der dir das sagt, etwas erlebt, was du nicht erlebst. Und natürlich kannst du immer sagen, wie es für dich ist und dass du das nicht so siehst. Das bedeutet aber nicht, dass du es nicht erfahren kannst. Es kann nur sein, dass es ein paar Jahre oder Jahrzehnte braucht, bis das möglich ist.Es gibt aber auch ein schönes Phänomen, das ich immer öfter erlebe: Menschen verstehen mich, ohne dass sie es erfahren haben. Sie stimmen mir aus einem Verständnis zu, das nicht aus ihrem Verstand kommt. Sie haben eine Art Vorahnung. Und genauso geht es mir auch mit jedem einzelnen Zitat und mit jeder einzelnen Erklärung.