Demokratie ist ein Herrschaftssystem. Auch wenn du es anders gelernt hast: Demokratie bedeutet nicht Freiheit. Demokratie ist die Organisation der Herrschaft. Und ein Herrschaftssystem ist nie frei. Herrschaft ist nie positiv. Die meisten Menschen sind aber auch nicht bereit für Freiheit. Sie behaupten das immer nur. Echte Freiheit will kaum jemand erleben. Denn sobald du Freiheit erlebst, dehnt sich dein Ego aus bis an die Grenzen der neuen Freiheit. Wenn da aber keine Grenzen mehr sind, dann wird es erst einmal sehr unangenehm. Und nur weil behauptet wird, Demokratie sei Freiheit, stimmt das noch lange nicht. Du bist in Freiheit geboren und dann wurdest du und hast dich an ein System angepasst. Ein System, das man dir gut verkauft hat. Man hat es dir angepriesen als das beste. Und das ist natürlich das kleine Marketing 1 x 1. Das ist ja logisch, dass dir nicht gesagt wird, es ist vielleicht mittelgut oder es könnte sogar sein, dass es schlecht ist. Selbst im spirituellen Bereich ist es so, dass dir gesagt wird, dass sie dir helfen, dich zu befreien. Und sie plärren dir die Ohren voll und sagen dir, dass ihres natürlich das Beste ist. In den meisten Fällen ist es aber nur ein neues System. Das kann besser sein als das alte, das ist möglich, aber es ist immer noch ein System. Und jedes System beinhaltet Fremdherrschaft. Andere bestimmen über dich. Andere bestimmen über die Inhalte. Andere sagen dir, wann du es richtig machst und wann du es falsch machst. Und das ist auch vollkommen in Ordnung, denn die meisten Menschen sind eben nicht bereit für Freiheit. Sie kommen gar nicht damit klar, wenn da jemand sitzt, der unmöglicherweise sogar vielleicht noch Lehrer heißt und dann nicht korrigierend eingreift. Sie fühlen sich dann verloren und halten das für schlecht. Tatsächlich wäre es gut, wenn sie so lange sich verlieren würden, bis sie nicht mehr wissen, wo sie sind, denn dann haben sie sich gefunden, weil sie merken, selbst im Zustand vollkommener Hoffnungslosigkeit, vollkommener Irritation und Verwirrung sind sie immer noch hier. Sie sind gar nicht weg und sie sind auch nicht verrückt geworden. Sie fühlen vielleicht intensive Gefühle, aber sie sind immer noch hier. Und vor allem, sie müssen selbst wählen, was sie jetzt tun. Sie können sich auf niemand anderes mehr verlassen. Sie sind vollkommen auf sich allein gestellt. Genauso wie es schon immer war, obwohl sie dachten, sie könnten ihre Verwaltung an jemanden übertragen. Jetzt müssen sie sich selbst verwalten und im Idealfall wird ihnen klar, dass es keine bürokratische Verwaltung bleibt, sondern dass sie Qualitäten in sich finden müssen, die ihnen helfen, die Situation zu meistern. Und diese Qualitäten haben damit zu tun, die Fähigkeit zu entwickeln, nach innen zu gehen, die Verantwortung nicht mehr nach außen abzugeben und die Idee von einem Retter loszulassen. Die Idee von einem Retter macht dich genauso passiv wie die Idee von einem Herrscher oder einem Verwalter. Die Idee von einem Erlöser, von einem Retter ist nur die andere Seite der Medaille und auf dieser anderen Seite ist der Tyrann. Und weil wir das eine erleben, ohne es wahrhaben zu wollen, legen wir unsere Hoffnung in die Rettung, die von außen kommen soll, aber nicht kommt. Und in diesem Zwiespalt fühlen wir uns ohnmächtig und wählen deshalb das vermeintlich geringere Übel. Und deshalb können wir die wahre Natur des bestehenden Herrschaftssystems nicht erkennen. Um in wahrer Freiheit leben zu können, müssen wir bereit sein, unzählige ungeliebte Gefühle endlos zu fühlen. Nur dann fällt im Lauf der Zeit der Drang weg, nach einem Retter zu rufen oder das scheinbar geringere Übel zu wählen.