Falls du Angst hast, deine Freiheit zu verlieren: Wofür hast du die bisher genutzt? Oktoberfest? Malle? Puff? Ist es möglich, dass uns die Freiheiten deshalb genommen werden, weil wir sie gar nicht genutzt haben? War dein sehnlichster Wunsch wirklich, dass es endlich wieder ein Oktoberfest gibt? Und konnte man dich wirklich damit erpressen, dass du nicht mehr in den Urlaub fliegen darfst? Wofür hast du deine Freiheiten bisher genutzt? Hast du sie dafür genutzt, Großartiges zu erschaffen? Und brauchst du dafür tatsächlich Freiheiten oder kannst du dir diese Freiheit einfach nehmen?Eine Freiheit, die dir genommen werden kann, ist keine. Eine Freiheit, die dir genommen werden kann, ist Abhängigkeit. Und natürlich stellt sich dann die Frage: Was ist denn dann Freiheit? Wofür brauchen wir sie und warum sollte uns die jemand geben? Ist es möglich, dass dir Freiheit gar nicht gegeben werden kann? Wenn das so ist, kann sie dir vielleicht auch gar nicht genommen werden. Du kannst aber den Eindruck bekommen, als hätte man sie dir genommen. Und vielleicht würdest du sie sogar freiwillig für ein höheres Ziel aufgeben? Welches Ziel könnte höher sein als die Freiheit der Menschen?Wenn Freiheit weder gegeben noch genommen werden kann, dann muss es die Illusion von Unfreiheit geben. Dann muss diese Illusion von Unfreiheit geschaffen werden. Und diese Illusion erreicht man durch Angst. Durch Angst bringt man Menschen zur Pseudo-Fürsorge. Sie behaupten, sie machen es für andere, weil sie sich sorgen. Tatsächlich sorgen sie sich nur um sich selbst. Sie wollen etwas vermeiden, was sowieso irgendwann ansteht. Ironischerweise ist es manchmal so, dass man dadurch, dass man etwas vermeiden will, tatsächlich dafür sorgt, dass es eintritt. Und das in angeblich allerbester Absicht!Mein Eindruck ist, dass wir uns nie um unsere Freiheit gekümmert haben, dass wir uns nie damit beschäftigt haben, was es praktisch bedeutet und wofür wir sie nutzen können. Und das nehme ich auch niemandem übel. Das ist kein Vorwurf. Denn solange etwas selbstverständlich ist, macht man sich keine Gedanken. Man merkt erst, dass es einem fehlt, wenn es bereits weg ist. Das gilt für alles. Für alles, was wir für selbstverständlich gehalten haben. Sobald wir uns an etwas gewöhnt haben, fällt es uns gar nicht schwer. Was uns schwerfällt, sind die Veränderungsprozesse. Die würden wir sehr gerne vermeiden.Erstaunlicherweise verunsichert uns der Verlust von Freiheit genauso wie der Gewinn von Freiheit. Wir kommen weder mit dem Verlust noch mit dem Gewinn klar. Es stimmt also gar nicht, dass wir uns absolute Freiheit wünschen. Wir würden sie gar nicht verkraften. Und die Menschen, die von Freiheit reden, zumindest die meisten, wissen gar nicht, was sie da sagen. Sie denken an Freiheit im Sinn der Erfüllung ihrer Wünsche. Sie denken an Freiheit in Form von Geld und Reisen, sich alles leisten können.Doch tatsächlich ist Freiheit ein Gefühl. Dieses Gefühl tritt nicht ein, weil du Geld hast oder weil du reisen kannst. Dieses Gefühl tritt ein, wenn du den gefangenen Teil von dir befreist. Und da stehen wir alle erst am Anfang. Denn das ist keine äußere Handlung, sondern eine innere Befreiung. Es ist die Befreiung von deinem Ich, wie du es bisher gekannt hast. Es ist die Befreiung von deinen Überzeugungen.Du brauchst also keine Angst haben, deine Freiheiten zu verlieren. Das waren nur äußere. Und die sind im Verhältnis zu deinen inneren irrelevant.