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    13.9.2023AQ 2119
    »Du bist von deinen Gedanken unabhängig.«
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    Du bist unabhängig von deinen Gedanken. Üblicherweise verstehen wir den Satz folgendermaßen: »Du bist von deinen Gedanken unabhängig.« Und da würden viele gerne widersprechen, denn sie fühlen sich überhaupt nicht unabhängig von ihren Gedanken. Aber unabhängig davon, ob dieser Zustand erreichbar ist für dich oder nicht, kannst du diesen Satz auch anders verstehen: »Du bist unabhängig davon, welche Gedanken du hast.«Du hast vielleicht nicht den Eindruck, dass du unabhängig von Gedanken bist, aber du kannst feststellen, dass du bereits bist, vollkommen unabhängig davon, was du gerade denkst. Und selbstverständlich existierst du auch, wenn du gerade nicht denkst. Und falls du dann wieder etwas denkst, identifizierst du dich halt damit. Du könntest das Denken auch einfach geschehen lassen und dich dabei beobachten. Oder du steuerst deine Gedanken ganz bewusst einmal auf einen Aspekt und dann auf einen anderen. Und du realisierst, dass du währenddessen unabhängig davon, welchen Gedanken du gerade denkst, existierst.Das ist nicht wirklich schwer festzustellen. Diese Feststellung ist tatsächlich sehr einfach. Das einzige Problem dabei ist, dass du sofort beginnst, darüber nachzudenken. Das heißt, du hast sofort andere Gedanken. Und mit denen identifizierst du dich so stark, dass du nicht mehr feststellen kannst, dass du unabhängig von deinen Gedanken bist. Tatsächlich existierst du vor, während und nach jedem Gedanken. Deine Existenz ist nicht abhängig davon, ob du denkst und was du denkst.Unser Denken ist eher eine Art Unterhaltungsprogramm. Wir könnten so damit umgehen, wie wir auch ins Kino gehen. Je nachdem, welche Gefühle du bevorzugst, suchst du den entsprechenden Film aus. Und genauso kannst du es mit deinen Gedanken machen. Und falls das nicht geht, macht das nichts. Dann ist es einfach so, als wärst du gern in einen Liebesfilm gegangen und es wird ein Abenteuerfilm gezeigt. Und statt dich über die Verwechslung aufzuregen, schaust du dann einfach den Film, der gezeigt wird.Am Anfang fühlst du vielleicht noch Widerstand, du willst dich gar nicht auf diesen Film einlassen. Das kennst du vielleicht. Und nach einer Zeit merkst du gar nicht mehr, dass du den falschen Film schaust. Erst hinterher realisierst du, dass du ja gerade einen Film geschaut hast. Und obwohl du die ganze Zeit vollkommen identifiziert warst mit dem Film, existierst du auch jetzt noch in einer anderen Welt. Also unabhängig von deiner Identifikation mit Gedanken- und Gefühlswelten, die während des Films noch ganz andere waren.Im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung und auch im Bereich der Esoterik und Spiritualität wollen die Menschen immer den Film ändern. Als ob der eine Film besser wäre als der andere! Als ob du nicht bei beiden Filmen das Gleiche entdecken könntest! Der Inhalt des Films ist nicht entscheidend. Entscheidend ist deine Erkenntnis, dass du unabhängig davon bist. Solange du dich um die richtige Auswahl der Filme kümmerst, verpasst du das Wesentliche.Du verpasst das, was unabhängig von deinen Gedanken bereits ist.