Wenn du eine Veränderung beobachtest und sie beschreibst, dann ist das keine Verschwörungstheorie, sondern Beobachtungsgabe. Und jemand, der bei deiner Beobachtung von einer Verschwörungstheorie spricht, ist indoktriniert und unfähig selbst zu beobachten. Wir denken nur, wir seien neutral und könnten neutral beobachten. Tatsächlich existiert dieser Zustand nicht. Jeder von uns ist bis zu einem gewissen Grad programmiert und indoktriniert. Es gibt bestimmte Dinge und Umstände, die können oder wollen wir uns nicht vorstellen. Und es gibt sowohl individuelle als auch kollektive Denkverbote, die manchmal sogar gesetzlich vorgeschrieben sind.Die Indoktrination ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass wir sie nicht erkennen und auch nicht zugeben wollen. Wir können uns selbst nicht genau und ehrlich genug beobachten und deshalb können wir nicht zugeben, wie es wirklich ist. Dadurch lehnen wir dann zum Beispiel einen freien Geist einfach ab. Und ich meine damit nicht den anderen Freigeist, sondern deinen freien Geist.Durch die Vergabe von Begriffen, durch die Etikettierung und das Einsortieren in Schubladen, halten wir diese Denkverbote anderen, vor allem aber uns selbst gegenüber aufrecht. Die meisten entwickeln dafür sogar ein falsches Selbst, das sich rechtschaffen und moralisch überlegen fühlt. Dieses falsche Selbst ist eine komplette Fassade, reine Maskerade. Nichts davon ist echt. Alles davon ist nur dazu da, um dein falsches Selbst zu schützen, um eine Illusion von dir selbst aufrechtzuerhalten.Wärst du ehrlich, müsstest du zugeben: »Ich weiß es nicht. Ich kann es dir nicht sagen. Als Allererstes müsste ich viel breiter recherchieren und selbst dann kann ich dir sehr wahrscheinlich nicht sagen, wie es wirklich ist oder wie es wirklich war.« Denn es kommt etwas hinzu, was selbst diejenigen, die eine Veränderung beobachten und das nicht als Verschwörung abtun, vergessen oder übersehen.Wenn du jetzt gerade eine Veränderung beobachten und bezeugen kannst, dann war der Status quo vorher, also das, was du als normal beschrieben hättest, auch schon das Ergebnis einer Veränderung. Eine Veränderung, die andere, die vor dir waren, beobachten konnten und bezeugt haben. Du erkennst nur einen Zwischenstand, denn nach dir kommt wieder eine Veränderung, die man beobachten und bezeugen kann.Ein ganz einfaches Beispiel: Wenn dir aufgefallen ist, dass sich in den letzten zwanzig bis dreißig Jahren die Wolken verändert haben, dann ist das ein Zwischenschritt. Das ist der aktuelle Zustand. Vorher war es anders. Du denkst, das, was du vorher beobachtet hast, war normal, denn du hast es nie anders kennengelernt. Das war das, was du gesehen hast, als du hierher kamst. Das war das Erste. Und daran hast du dich gewöhnt. Das heißt nicht, dass du weißt, wie diese Wolken am Himmel entstanden sind, die du damals beobachtet hast. Die können, so wie die Wolken heutzutage, vollkommen andere Gründe und Ursachen haben.Die meisten Menschen lehnen solche Gedanken auch deshalb ab, weil sie Angst vor Beliebigkeit haben, weil ihr Anker im außen liegt. Sie identifizieren sich mit ihrem Weltbild und sie wollen nicht, dass dieses Weltbild ins Schwanken kommt oder gar zum Einsturz gebracht wird. Denn dann müsste ihnen klar werden, dass sie nicht nur ein vollkommen falsches Weltbild, sondern auch ein falsches Selbstbild haben und dass sie überhaupt nicht wissen, wer oder was sie sind und sich stattdessen mit Geschichten zufriedengeben, die ihnen andere Menschen erzählen.Solange unser Anker in den Geschichten außerhalb von uns liegt, ist keine Selbsterkenntnis möglich. Ein einfaches Weltbild verhindert spirituelle Entwicklung.