Es ist nicht viel Negativität im Feld, es gibt nur ungeliebte Gefühle zu fühlen. Es gibt viel Selbstverarschung in der Spiritualität. Und einer der Lieblingssprüche ist, dass viel Negativität im Feld ist. Die kann man fühlen! Tatsächlich ist keine Negativität im Feld. Es gibt eine Nachricht oder eine Handlung oder ein Ereignis und das löst etwas in dir aus. Es löst viele unangenehme Gefühle aus, die du als negativ bewertest. Da geht es nicht darum, diese Negativität wegzubekommen, ihr zu entfliehen, sondern da geht es darum, genau hinzuschauen, was wirklich los ist bei dir.Die Spiris sagen diesen Satz immer dann, wenn etwas Unangenehmes passiert. Das kann dir praktisch ständig passieren, dass ein Spiritueller deine Aussage als Negativität beurteilt. Diese Aussage ist natürlich auch praktisch, denn wenn der andere schuld ist an der Negativität, muss ich ja nicht bei mir schauen. Wenn ich das tun würde, würde ich erkennen, dass es gar keine Negativität ist. Ich fühle etwas. Ich nehme etwas im Körper wahr und das will ich nicht wahrnehmen. Und statt den bisherigen weltlichen Verdrängungsmechanismen verwende ich jetzt einen spirituellen. Und sage ganz erhaben und vollkommen in der Kontrolle der Situation: »Oh, hier ist aber viel Negativität im Feld!«Selbstverarschung ist was Lustiges und Schönes. Sie funktioniert allerdings nicht für immer. Irgendwann wird uns bewusst, dass wir uns selbst verarscht haben und das ist dann erst einmal ein bitteres Erwachen. Ein Erwachen aus der Trance, die wir selbst ausgelöst haben. Die Trance wird von unserem Verstand aufrechterhalten und er verwendet dafür auch spirituelle Argumente. Seltsamerweise häufiger mit den negativen Varianten. Das heißt, du hörst den Satz »Oh, hier ist aber viel Negativität im Feld!« viel öfter als den Satz »Wow, ist hier viel Positivität im Feld! Wer hat die denn ausgelöst?«An der Negativität sind ja immer die anderen schuld. Die Positivität, die kommt natürlich von innen, von uns. Und selbstverständlich funktioniert es nicht, wenn du jemandem, der sagt: »Hier ist viel Negativität im Feld!«, antwortest: »Ne du, es gibt nur ungeliebte Gefühle zu fühlen.« Da kannst du dann einen sogenannten spirituellen Streit vom Zaun brechen, der niemals zu einem Ergebnis führt, denn ihr beide wollt eure Gefühle nicht fühlen. Der eine nicht wegen der Negativität, die er fühlen würde. Und du nicht, weil du nicht auf dir sitzen lassen willst, dass es du sein könntest, der negativ ist oder weil du es besser weißt. Hat alles keinen Wert! Ist keine Lösung! Die einzige Lösung, die es gibt, ist, das wahrzunehmen, was jetzt gerade hier ist. So gut du kannst! Nicht besser, nicht mehr und nicht weniger. Nur so gut, wie du kannst.Solange wir noch das Feld beobachten, sind wir nicht bei uns. Da sind wir immer noch nach außen orientiert. Sobald du dich nach innen orientierst, merkst du ganz automatisch, dass das Blödsinn ist. Erstens, dass die Außenorientierung Blödsinn ist. Und zweitens, dass solche Aussagen, was außerhalb von uns ist, Blödsinn sind. Diese Aussagen verändern nichts. Sie helfen weder dir noch den anderen und sie sind vollkommen subjektiv. Da gab es wirklich andere vor dir, die hatten sehr viel mehr Negativität im Feld. Sprich, sie hatten sehr viel größere Herausforderungen. Sie hatten größere ungeliebte Gefühle zu fühlen. Da haben wir es im Vergleich dazu einfach. Und wenn es uns nicht auffällt, wird die Welt da draußen einfach noch ein kleines Stück verrückter. Solange, bis es uns auffällt.Denn nicht die Welt steuert deine Gefühle, deine Gefühle steuern die Welt.