Wenn deine Aufmerksamkeit das höchste Gut ist, dann hast du all deinen Reichtum längst verschenkt. Es geht dabei nicht darum, womit du dich beschäftigst. Es geht nicht um den Inhalt deiner Beschäftigung. Es geht darum, wo deine Aufmerksamkeit während irgendeiner Beschäftigung liegt. Eine klassische Reaktion auf dieses Zitat ist das Schlechtreden von allem Neuen. Wir denken dann: »Ja, stimmt! Ich habe zu viel meiner Aufmerksamkeit auf dem Smartphone, am Rechner, am Fernseher. Ich müsste meinen Medienkonsum verändern!«, und so weiter. Das ist nur eine Deutungsmöglichkeit und für den Einstieg ist das auch vollkommen in Ordnung. Das kann der Anfang sein. Es gibt aber eine viel tiefere Bedeutung und die hat damit zu tun, ganz egal, was du machst: Wo liegt deine Aufmerksamkeit? Liegt sie auf dem, was du konsumierst, was du siehst, was du hörst? Liegt sie auf deinen Gedanken? Oder liegt sie in dir? Und nimmst du wahr, wie du körperlich, also gefühlt, auf das reagierst, womit du dich beschäftigst? Die meisten Menschen verschenken und verschwenden ihre Aufmerksamkeit auf alles außerhalb von ihnen oder auch auf die Gedanken dazu. Die Gedanken zu dem, was außerhalb von dir passiert, sind nicht besser als das, was außerhalb von dir passiert. Beides ist nicht wirklich bewusst. Echtes Bewusstsein beginnt, wenn du dich beobachtest. Wenn du deine automatischen Reaktionen auf das, was passiert, und auf das, was du denkst, wahrnimmst. Wenn du deine Aufmerksamkeit auf das legst, was tatsächlich in dir passiert und nicht auf die virtuelle Welt da draußen. Auch die analoge Welt ist eine virtuelle Welt. Sie existiert nicht wirklich. Sie existiert nur durch deine Wahrnehmung und durch deine Körperempfindungen. Der Streit, welche Welt besser ist, ist absolut absurd. Das Problem, das vor allem Eltern mit den virtuellen Welten haben, ist übertrieben. Auch dann, wenn du deine Aufmerksamkeit auf der sogenannten realen, also analogen Welt hast, bist du nicht bei dir. Du bist im Spiel, in der Simulation gefangen. Der Auslöser deiner Wahrnehmung ist nicht der entscheidende Teil. Entscheidend ist, ob du in der Lage bist, deine Aufmerksamkeit zu steuern und auf das zu lenken, was für dich real ist, was tatsächlich passiert. Denn das, was tatsächlich passiert, übergehen wir. Wir übergehen es durch Gedanken. Wir glauben an Geschichten statt an Wahrnehmungen. Wir glauben Behauptungen statt unseren Sinnen. Wir glauben dem, was virtuell ist, also alles außerhalb von uns, statt dem Realen. Wir glauben der Fantasie und können deshalb unsere erlebte Realität nicht erfahren. Die Art der Simulation ist nicht ausschlaggebend. Entscheidend ist, ob sich der Spieler selbst erkennt. Ob du merkst, dass du anwesend bist. Und in dem Maß, in dem du anwesend bist, wird die Simulation außerhalb von dir irrelevant. Über die Jahre verändert sich deine Wahrnehmung und all deine Gefühle, die du als Reaktion auf diese Simulation hattest. Nimm dir alle Zeit der Welt für diese Veränderung! Es ist die unfassbarste Transformation, die du erleben kannst.