Mit dem, was ich nicht habe, bekomme oder bin, habe ich keine Erfahrung, weil ich es nicht habe, bekomme oder bin. Wir tun so, als hätten wir mit unseren Wünschen Erfahrung. Das ist nicht der Fall. Du hast mit dem Zustand, einen Wunsch zu haben, Erfahrung. Aber du hast keine Erfahrung mit dem, was du dir wünschst. Wir kümmern und sorgen uns um das, was wir nicht haben, nicht bekommen und nicht sind. Und wir kümmern und sorgen uns so, als hätten wir mit dem Ergebnis Erfahrung, als wüssten wir, was da auf uns zukommt. Das wissen wir aber nicht. Wüssten wir es, würden wir es uns nicht wünschen, denn dann hätten wir die Erfahrung bereits und wüssten, dass das, was wir uns wünschen, nicht auf uns zukommt.Wir wünschen uns immer nur das Unerreichte. Und mit dem, was wir nicht erreicht haben, haben wir keine Erfahrung. Würden wir diese Erkenntnis in der Tiefe realisieren, hätten wir ab dem Moment der Realisation keine Wünsche mehr. Es würde uns wie Schuppen von den Augen fallen, dass es nur das Spiel unseres Verstandes ist, der es schafft, uns mit Unerreichbarem verrückt zu machen. Unerreichbar nicht in dem Sinn, dass wir das Faktische nicht erreichen können. Das ist möglich. Was wir aber nie erreichen, sind das Vorgestellte und das Gefühlte. Denn selbst das Gefühlte stellen wir uns vor.Wir tun so, als wüssten wir, was wir fühlen werden, wenn wir unser Ziel erreicht haben. Und die einzige Möglichkeit, wie wir dieses Spiel aufrechterhalten, ist im Zustand des Tiefschlafs. Tatsächlich ist das natürlich ein vorgetäuschter Zustand. Wir müssen so tun, als würden wir es nicht mitbekommen. Selbstverständlich könnten wir es aber jeden Moment problemlos mitbekommen, wie es tatsächlich ist. Das wollen wir unter allen Umständen vermeiden, denn dann würden wir unseren schlimmsten Horror, das Vakuum erleben. Und dann müssten wir erkennen, dass selbst das eine Vorstellung ist, dass all das, wovor wir Angst haben, tatsächlich nicht existiert.Erst wenn du dir keine Gedanken mehr machst über das, was du nicht hast, was du nicht bekommst und was du nicht bist, kannst du in diesem Moment das erste Mal erleben, was du hast, was du bekommst und was du bist.