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    17.8.2023AQ 2091
    »Der Verstand schnappt sich immer die Anderen als Testobjekt statt sich selbst.«
    0:006:19
    Der Verstand schnappt sich immer die Anderen als Testobjekt statt sich selbst. Das Verhalten der anderen kann sich der Verstand höchst spirituell perfekt erklären, sein eigenes reflektiert er nicht so gerne. Als Beispiel habe ich eine der verrücktesten spirituellen Geschichten für dich. Es gibt Erziehungsratgeber und in denen steht, dass die Eltern ihre Kinder fragen sollen, wo im Körper sie ihre Gefühle fühlen. Als könnten die Eltern die Kinder in diesem Bereich anleiten! Die Eltern müssten es üben, ihre Gefühle im Körper zu fühlen, denn sie haben diese Fähigkeit als Kinder und Jugendliche verloren. Sie müssen dorthin zurückkehren, wo ihre Kinder bereits sind. Kinder brauchen keine spirituelle Erziehung. Sie sind es bereits, wenn wir sie nicht stören. Das ist so typisch für unseren Verstand. Wir sind total drüber. Wir tun so, als hätten wir es drauf und als könnten wir es unseren Kindern beibringen, statt einfach mal bei uns anzufangen, uns selbst anzuschauen und unsere eigenen Herausforderungen zu erkennen. Und das machen wir natürlich nicht nur bei Kindern, sondern bei allen anderen auch. Wir haben die Tür für uns gerade mal einen Spalt weit geöffnet und wollen schon die Tür für alle anderen aufreißen, als hätten wir den kompletten Einblick und Durchblick. Frag dein Kind nie: »Wo im Körper fühlst du das?« Frag dich das! Nur dich und sonst niemand anderen. Wir haben diese absurde Neigung, zum spirituellen Vollidioten zu mutieren, statt es an uns selbst auszutesten, statt es selbst zu leben und dadurch zu merken: »Wenn ich es lebe, brauchen es die anderen nicht mehr für mich tun. Wenn ich es lebe, brauche ich den anderen nicht erklären, wie sie zu leben haben. Dann muss ich sie auch nicht als Testobjekt missbrauchen. Und ich muss mein tolles spirituelles Wissen niemandem erklären. Ich kann es einfach leben.« Es gibt bei uns selbst genug zu entdecken. Viel mehr als bei anderen. Diese Chance sollten wir für uns nutzen, statt es den anderen direkt zu erklären oder darüber nachzudenken, was wohl gerade bei den anderen los ist. Denn das ist nicht spirituell, das ist nur ein neuer spiritueller Hirnfick. Unser Verstand fängt einfach gerne bei den anderen an. Damit lenkt er dich hervorragend von dir selbst ab. Er erzählt dir tatsächlich so einen unfassbaren Blödsinn wie: »Ja, aber ich muss doch meine Kinder adäquat begleiten!« Du brauchst diese Begleitung, nicht dein Kind. Dein Kind begleitet dich. Du lässt es nur nicht zu. Alle anderen brauchen sowieso gar keine Begleitung von dir. Das braucht nur dein überheblicher Verstand, weil er Spiritualität einfach nicht leben will. Entlass die anderen aus deiner Beobachtung und nimm dich selbst auf! Du bist dein eigenes bestes Testobjekt.