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    5.8.2023AQ 2080
    »Warum Motivation nicht funktioniert: Trauma überdeckt jede Willenskraft.«
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    Warum Motivation nicht funktioniert: Trauma überdeckt jede Willenskraft. Jede andere Prägung und Programmierung natürlich auch. Doch die größte Prägung und Programmierung ist unser Trauma. Und davon haben wir nicht nur eines, sondern eine ganze Menge. Beziehungsweise besser gesagt, selbst wenn wir nur eines haben, hat es jede Menge Auswirkungen. Je nach Intensität der Traumata und Auswirkungen kannst du sie für einen bestimmten Zeitraum überdecken.Du kannst dich für ein paar Minuten, Stunden, vielleicht sogar Tage oder Wochen motivieren und das kann auch schön und bereichernd sein. Oft musst du dich aber dazu zwingen und das ist dann eher frustrierend. Aber selbst wenn du dich positiv motivierst, wird die Wirkung der Motivation irgendwann nachlassen. Die alten Muster und Prägungen, die alten Gefühle drängen wieder an die Oberfläche. Du hast es geschafft, sie für eine gewisse Zeit durch Motivation zu verdrängen. Aber deine zugrundeliegende Struktur ist stärker.Eine ganze Menge Menschen denken, das sei ihre Persönlichkeit und versuchen deshalb, ihre Persönlichkeit zu entwickeln. Das ist ein ganz dummer Ansatz, denn was du da tatsächlich versuchst, ist dein Trauma zu entwickeln und das geht nur durch Verdrängung. Trauma kann nicht bearbeitet werden, denn Trauma will erlebt werden. Du hast es ja schon einmal erlebt und seitdem ist es in deinem Körper gespeichert.Jetzt bist du mit den Auswirkungen dieser Speicherung und Unterdrückung von Körperempfindungen konfrontiert und die Frage, die sich stellt: »Was soll das? Was soll ich damit machen? Wie geht das? Gibt es einen richtigen Weg? Gibt es einen falschen Weg?«, darüber gibt es auch jede Menge Streit, Diskussionen. Und es gibt verschiedene Szenen und Gruppierungen, die sich mit unterschiedlichsten Ansätzen versuchen darum zu kümmern. Und die eine Gruppe sagt über die andere Gruppe, dass ihr Ansatz falsch ist. Du kannst jeden Ansatz ausprobieren.Ich habe festgestellt, dass ich immer wieder darauf zurückgeworfen werde, meine Körperempfindungen bewusst wahrzunehmen. Ich kann dir nicht sagen, ob das der richtige Weg ist, denn ich weiß nicht, wie intensiv mein Trauma war und ist. Wie sollte man das jemals einschätzen können? Das ist der große Trugschluss aller Gruppen in diesem Bereich.Für einen traumatisierten Menschen ist Trauma der Normalzustand. Und so ist Trauma auch gedacht: Zur Verarbeitung dessen, was passiert ist. Jede Sucht ist so entstanden. Jede Sucht ist ein Verdrängungsmechanismus und damit eine erfolgreiche Verdrängung von Trauma. Ist das jetzt gut oder schlecht? Was sicher ist: Es war auf jeden Fall bisher hilfreich. Die Beantwortung dieser Frage ist also höchst subjektiv.Wenn du sie beantwortest, stellt sich die Frage, ob du darunter leidest, unter deiner Sucht, also unter dem Verdrängungsmechanismus. Wenn Sucht von einem anderen Menschen festgestellt wird, ist das höchst subjektiv und selten hilfreich. Denn erstens gibt es gesellschaftlich akzeptierte Süchte. Das heißt aber nicht, dass die besser sind. Und dann gibt es Süchte, die fallen uns gar nicht auf, die können also noch nicht einmal gesellschaftlich akzeptiert sein.Auch die Süchte kannst du durch Motivation eine Zeit lang verdrängen oder natürlich durch andere Süchte ersetzen. Ein ganz einfaches Beispiel: Es gibt Drogenabhängige, die als Leistungssportler erfolgreich werden. Das ist nur ein anderer Fokus der Sucht. Ein anderer Fokus der Verdrängung. Wenn du die eine Verdrängung nicht durch die andere Verdrängung ersetzen willst, stellt sich die Frage: Wie kannst du es heilen?Die Heilung für Sucht und Trauma ist die gleiche. Es ist deine Bereitschaft, mit dir, so wie du jetzt bist, vollkommen präsent zu sein.