Dein Bewusstsein wird freigelegt, indem du deine Gedanken ignorierst. In dem Maß, in dem du in der Lage bist, deine Gedanken zu ignorieren, wirst du dir deines Bewusstseins bewusst. Durch das Ignorieren der Gedanken entsteht eine Lücke im Denken und du nimmst wahr, was tatsächlich ist. Wahrnehmen findet ohne Gedanken und ohne Interpretation des Wahrgenommenen statt. Bewusstsein und Wahrnehmung haben keine Interpretation nötig. Nur der Verstand braucht Gedanken, die das Erlebte interpretieren. Ohne Interpretation kein Verstand. Ohne Interpretation kein Ego.Das ist ein Zustand, in dem musst du nicht die ganze Zeit sein, aber du kannst jederzeit dorthin zurückkehren. Dafür musst du nicht meditieren. Es genügt, wenn du für einige Sekunden jeden Gedanken ignorierst. Falls dir das unmöglich erscheint, kannst du etwas ganz Einfaches machen. Du kannst auf den nächsten Gedanken warten. Du kannst dich fragen: »Was wird wohl der nächste Gedanke sein?« Und dann wartest du mal ab.Normalerweise drängen sich die Gedanken so sehr auf, dass sie ohne Unterlass präsent sind und du dadurch der Meinung bist, das würde gar nicht gehen, nicht zu denken. Doch in dem Moment, in dem du deinen Verstand herausforderst, dir seinen nächsten Gedanken zu präsentieren, ist er schockiert und es entsteht eine Lücke im Denken. Und du kannst beobachten, wie er im Kreis dreht und auch ein bisschen verrückt wird.Er sagt dir dann nämlich: »Die Frage ist ja auch schon ein Gedanke! Und das, was ich jetzt gerade gedacht habe, das war ja auch ein Gedanke.« Ja! Aber seltsamerweise hast du das mitbekommen. Du hast gemerkt, dass er jetzt beginnt, am Rad zu drehen. Und dich selbst mit Fragen und Antworten zu bombardieren bei einer ganz einfachen Übung: Was ist dein nächster Gedanke? Lass ihn ruhig durchdrehen. Er macht sich lächerlich. Und das ist gut so!Je absurder und je lächerlicher es wird, desto eher kann es dir auffallen, desto eher kann er dir auffallen. Und wenn es dir auffällt, wird dein Bewusstsein Schritt für Schritt freigelegt.