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    25.7.2023AQ 2069
    »Die meisten Menschen haben eine ablehnende Haltung gegenüber neuen Theorien.«
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    Die meisten Menschen haben eine ablehnende Haltung gegenüber neuen Theorien. Dabei checken sie nicht, dass das Alte auch nur eine Theorie gewesen ist. Alles, woran wir glauben, ist keine Tatsache, sondern eine Theorie. Wir wollen aber nicht, dass das, an was wir geglaubt haben, nur eine Theorie war, weil wir uns damit identifiziert haben und nach wie vor identifizieren. Könnten wir erkennen, dass es eine Theorie und keine Wahrheit oder Realität waren, würde das bedeuten, wir haben uns mit etwas identifiziert, was es vielleicht gar nicht gibt. Und dann kommt unser Verstand mit den Widersprüchen nicht zurecht.Diese Widersprüche existieren aber nur zwischen zwei Theorien, der alten und der neuen. Und das ist ja auch ganz normal. Aber wir wollen das nicht fühlen. Wir wollen Widersprüche nicht fühlen. In den meisten Fällen müssten wir einfach zugeben: »Ich weiß es nicht.« Aber nicht ablehnend, sondern in vollem Bewusstsein. Denn das bedeutet nicht, dass du nicht wählen darfst. Das bedeutet nicht, dass du keine Lieblings-Theorie haben darfst. Das bedeutet erst einmal, dass du in der Lage sein musst, Widersprüche zu fühlen. Erst wenn du das tust, merkst du, dass du dich ja gar nicht entscheiden musst.Du darfst unentschieden sein. Du darfst schwanken. Du darfst die Theorien sogar wechseln. Aber das kannst du nicht, solange du nicht in der Lage bist, die Widersprüche im Körper zu fühlen. Denn neue Theorien bringen ja nicht nur einen Widerspruch mit sich, sondern unzählige. Und bei neuen Theorien fällt uns noch etwas auf, was uns bei den alten Theorien überhaupt nicht mehr auffällt. Sie sind in sich selbst widersprüchlich. Es gibt in bestimmten Bereichen und auf bestimmte Fragen keine zufriedenstellenden und widerspruchsfreien Antworten.Das grundlegende Problem einer jeden neuen Theorie ist, sie wirft so viele Fragen auf, dass sie deshalb von den meisten Menschen abgelehnt wird. Sie wird nicht abgelehnt, weil sie falsch ist, sondern weil es anschließend so viele Fragen zu beantworten gäbe, dass wir aufgeben, bevor wir begonnen haben, uns damit zu beschäftigen. Und wir beschäftigen uns nicht damit, weil wir uns überfordert fühlen. Auch dieses Gefühl mögen wir überhaupt nicht.Wir wollen uns nicht überfordert fühlen. Und nur deshalb lehnen wir neue Theorien einfach ab, bevor wir sie überhaupt überprüft haben.