Lehrer kannst du nicht werden. Als Lehrer wirst du geboren. Du wirst auch als alles andere geboren. Du kommst fertig hierher. Der Schein trügt und deshalb denkt dein Umfeld, du müsstest entwickelt werden. Wer tatsächlich entwickelt werden müsste, ist der Verstand deines Umfeldes. Den müsste man abwickeln. Und erst wenn dieser Verstand, wenn diese Programme abgewickelt und deprogrammiert sind, könnten sie erkennen, dass du natürlich etwas lernen kannst und dass dem auch nichts entgegensteht, gar nichts dagegen spricht. Aber was nicht funktioniert, ist, etwas zu lernen, wofür du nicht hier bist. Dabei geht es ja nicht um Berufe, auch wenn wir diese Kategorien kennen. Und am Beispiel des Lehrers kann ich es dir sehr schön aufzeigen, wie vielfältig das tatsächlich ist. Der Beruf des Lehrers ist ja nicht das Einzige, wo du lehren kannst. Du kannst auch spiritueller Lehrer sein oder Coach oder Trainer. Oder du kannst Beratung machen. All das ist in dir bereits angelegt. Nichts davon musst du entwickeln. Und natürlich denkst du jetzt: »Ja, okay, die Fähigkeiten bringe ich vielleicht mit, aber die Inhalte muss ich doch lernen. Ich muss doch lernen, was ich lehren soll oder wie das funktioniert mit dem Training, wenn ich Fitness-Coach werde.« Und da bin ich jetzt in einer ganz bescheuerten Position, denn ich verstehe deinen Einwand und gleichzeitig muss ich ihm aus eigener Erfahrung widersprechen. Es stimmt nicht. Nichts von dem, was ich tue, musste ich lernen. Ganz im Gegenteil: Ich musste so viel wie möglich vergessen, was ich gelernt habe. Ich musste alles wieder vergessen, um zu meinem Ursprung zurückzukehren. Der war nicht weg. Der war nur verschüttet. Verschüttet unter jeder Menge Urteile, Ideen, Programmen meines Umfeldes. Menschen, die Ideen hatten für mein Leben, ohne selbst glücklich zu sein. Und je mehr ich vergaß, desto mehr habe ich mich erinnert, ohne dass ich wollte. Erinnerung war plötzlich da. Ungewollt, nicht beabsichtigt und deshalb vollkommen frei. Frei von Druck, frei von Überzeugungsarbeit und sogar frei von der Idee, damit jetzt anderen helfen zu können. Es ist bisher das Verrückteste, was ich in meinem Leben erlebt habe, denn dafür gibt es keine Anleitung. Das kannst du nicht machen. Dafür musst du bereit sein. Und diese Bereitschaft muss einen Grad erreicht haben, den sich die meisten Menschen nicht vorstellen können. Du musst bereit sein, in den Augen der Gesellschaft und sogar in deinen eigenen Augen, komplett zu scheitern. Nicht nur einmal, nicht nur mehrfach, konstant. Was du dadurch zurückbekommst, ist nicht von dieser Welt. Das ist nicht normal, obwohl es das Normalste der Welt ist. Es ist dein ursprünglicher Zustand. Es ist das, was du mit hierher gebracht hast. Du bekommst es scheinbar zurück, aber es war ja nie weg. Und obwohl der Weg anstrengend und beschwerlich war, ist es das Einfachste, was es überhaupt gibt: So zu sein, wie du bereits bist. Wenn du das machst, fließt auch Wissen in dich ein. Wissen, das du nicht erklären und nicht begründen kannst. Es ist trotzdem da. Du kannst dich dabei auf keine Quellen und keine Wissenschaftler berufen, die das schon einmal gesagt haben. Obwohl es sehr wahrscheinlich Menschen gibt, die das schon mal gesagt haben. Trotzdem wirst du dich nicht begründen können und vor allem auch nicht wollen. Denn warum solltest du das tun? Wird eine Aussage gehaltvoller, weil sie von einem anderen bestätigt wird? Oder muss deine Aussage von dir aus so gehaltvoll sein, dass sie die Bestätigung eines anderen nicht mehr braucht? Wissen ist wie Energie jederzeit frei verfügbar. Wir haben es nur verlernt, wie es geht. Wir haben verlernt, den freien Zugang zu erhalten. Wissen ist kein Herrschaftsbesitz. Wissen ist für alle Menschen frei zugänglich. Ob du Zugriff darauf hast, hat nicht damit zu tun, ob du es gelernt hast. Es hat damit zu tun, ob du in dem Bereich tätig bist, für den du gedacht bist. Es gibt Wissen, das bleibt mir in diesem Leben verborgen. Aber das wird durch dasjenige Wissen, auf das ich Zugriff habe, weit mehr als nur ausgeglichen. Denn es gibt nichts Schöneres, als grundlos zu wissen. Frei von dem Drang nach Bestätigung und sogar frei von dem Wunsch, gehört zu werden, weil sich bedingungsloses Wissen durch sich selbst erfüllt. Freies Wissen ist pure Gnade. Und für diese Gnade bist du hierhergekommen. Sie zu erfüllen ist deine Aufgabe.