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    6.6.2023AQ 2020
    »Verurteilung ist Unbewusstsein.«
    0:006:28

    Verurteilung ist Unbewusstsein. Mit dem heutigen Zitat tue ich mich ganz besonders schwer, denn es gibt viel zu viele Menschen, die da draußen rumlaufen und sagen: »Du hast grad verurteilt.

    Du bist unbewusst. « Und deshalb erkläre ich dir jetzt etwas ganz anderes, nämlich wie diese Zitate entstehen. Ich sage diese Sätze so oder so ähnlich im Retreat.

    Meistens im Zusammenhang. Vor allem aber in einer ganz bestimmten Stimmung und in einer ganz bestimmten Schwingung. Ich verwende dabei kein auswendig gelerntes Wissen, sondern lebendiges Wissen, gelebtes Wissen.

    Es geht sogar einen Schritt weiter: Ich verwende es nicht. Es kommt zu mir, es entsteht, wie immer du das nennen willst. Es entsteht zumindest ohne die Idee von: »Was könnte ich jetzt verwenden?

    Was könnte ich jetzt sagen, damit alle zufrieden sind? « Oder auch: »Was könnte ich jetzt sagen, was hilfreich ist? « Im Original hieß dieses Zitat: »Verurteilung ist Unterbewusstsein.

    « Aber natürlich passt »Verurteilung ist Unbewusstsein« auch. Aber nicht als Vorwurf, sondern vielleicht als Ansporn, als Hinweis, um bewusst zu bleiben, nicht um die Verurteilung zu verurteilen. Denn du kannst aus dem besten ZEN-Zitat einen Original-Hirnfick machen, vom feinsten Deluxe Belvedere.

    Und du kannst die Sätze der größten Meister, Lehrer und Gurus alle falsch verwenden. Das muss noch nicht einmal absichtlich sein. Das muss noch nicht einmal dann daran liegen, dass du es böse meinst, sondern es kann einfach dadurch zustandekommen, dass du sie verwendest, weil du sie verwendest, weil ich sie verwende.

    Wenn ich etwas nur nachplappere, wenn ich etwas nur sage, weil ich es gehört habe oder weil ich weiß: »Das ist richtig. Das ist spirituell oder allgemein anerkannt«, dann ist es schon falsch verwendet. Und dann habe ich aus etwas Gutem, aus etwas Hilfreichem etwas Bescheuertes gemacht.

    Und so heißt das heutige Zitat selbstverständlich nicht, dass jede Beurteilung oder Einordnung unbewusst sein muss. Das heutige Zitat trifft aber zu für einen anständig programmierten Geist. Und die meisten von uns haben den.

    Dieses Zitat entstand auch nicht aus der Beobachtung anderer, sondern aus meiner Beobachtung von mir selbst. Und ich neige nicht dazu, die Beobachtung von mir selbst dazu zu verwenden, mich schlecht zu machen. Ich möchte mich erkunden, ich möchte herausfinden: »Was ist echt?

    Was ist authentisch? Was ist inszeniert? Was ist programmiert?

    « Und immer wieder einmal frage ich mich auch: »Welches Urteil kann ich noch loslassen? « Wobei es ein Loslassen in dem Sinn nicht gibt. Ich kann es nur ignorieren, nicht mehr daran denken, vergessen.

    Verwende also meine Zitate bitte nicht gegen andere und vor allem nicht gegen dich! Sie sind immer für dich gedacht, nie gegen dich.