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    13.5.2023AQ 1996
    »Alles was wir machen, machen wir für den Moment.«
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    Alles was wir machen, machen wir für den Moment. Viele Menschen glauben, es würde sich lohnen, auf ein Ziel hinzuarbeiten. Und davon sind auch wiederum viele der Meinung, es würde sich lohnen, jetzt zu leiden, um es später besser zu haben. Wenn du aber auf ein Ziel hinarbeitest und dabei etwas machst, was dir im Moment keine Freude bereitet, dann arbeitest du nicht auf das Ziel hin, sondern du übst, keine Freude zu haben. Und du ersetzt den Moment durch das Ziel in der Zukunft beziehungsweise du opferst den Moment für das Ziel in der Zukunft, ohne dass du wissen kannst, wie dieses Ziel sein wird, sprich wie du dich am Ziel angekommen fühlen wirst. Würdest du alles für den Moment machen, würdest du vieles nicht tun. Es ist ein weitverbreiteter Glaube, aber auch ein irrtümlicher Glaube, dass du für eine bessere Zukunft erst einmal leiden musst. Tatsächlich musst du erst einmal herausfinden, warum du dir eine andere Zukunft wünschst, warum du von dem weg willst, wo du jetzt gerade bist. Und dann müsstest du untersuchen, was du tatsächlich willst. Ein Beispiel aus meinem Leben: Ich dachte viele Jahre, ich wäre gern Mountainbike-Weltmeister. Das war im Verhältnis zu meiner tatsächlichen Leistung sowieso ziemlich übertrieben, aber das mal beiseitegestellt. Ich konnte es gar nicht wissen, ob ich das will, denn ich war noch nie Mountainbike-Weltmeister. Ich habe es nur angestrebt. Das bedeutet, ich wusste gar nicht, was ich mir wünsche, obwohl ich sehr überzeugt davon war. Im Lauf der Jahre habe ich dann festgestellt, was ich tatsächlich möchte: Ich möchte ein Leben führen, wie es ein Mountainbike-Weltmeister führt. Die meisten Menschen haben dabei Ideen wie “viel Geld haben”, “viel reisen”. Und während das natürlich dazugehört, ist das nicht der Kern des Lebens eines Mountainbike-Weltmeisters. Der Kern ist, dass er außer Training und Rennen fahren kaum etwas anderes macht. Die Sieger-Interviews sind nur das i-Tüpfelchen und nicht das, was er den ganzen Tag macht. Ich wollte also trainieren wie ein Profi. Das war mein tatsächlicher Wunsch und den konnte ich mir erfüllen, bevor ich Weltmeister war. Denn genau das musste auch der Weltmeister tun, bevor er Weltmeister wird.