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    10.5.2023AQ 1993
    »Du kannst deinem Ego alles Mögliche und Unmögliche ermöglichen.«
    0:006:55
    Du kannst deinem Ego alles Mögliche und Unmögliche ermöglichen. Es wird nie zufrieden sein. Die Erfüllung von Wünschen ist keine Lösung, sondern das Problem. Und obwohl du das schon hunderte Male erlebt hast, warst du dabei nicht bewusst genug und deshalb ist es dir nicht aufgefallen. Du hast dir Wünsche erfüllt. Dir wurden Wünsche erfüllt. Wünsche haben sich erfüllt. Und du bist trotzdem nicht erfüllt. Du bist trotzdem nicht glücklich. Die Erfüllung von Wünschen macht nicht glücklich. Wunschlos macht glücklich.So etwas hört das Ego natürlich überhaupt nicht gerne und deshalb orientiert es sich lieber an Persönlichkeitsentwicklung oder zumindest an Manifestationsanleitungen. Die lässt es sich dann noch schön spirituell verpacken und schon steht die perfekte Illusion. Die Illusion von Spiritualität ohne grundlegende Veränderung. Denn auf grundlegende Veränderung hat das Ego nie Lust. Das Maximale, was es dir erlaubt, ist, es spirituell anzumalen, aber dann ist auch gut. Weiter geht es nicht, weiter will es nicht und weiter lässt es dich auch nicht. Deshalb ist die Sache mit der Anziehung auch gar nicht so leicht, denn du müsstest unterscheiden können, ob sich dein Ego oder deine Seele angezogen fühlt. In vielen Fällen ist es auch in der Spiritualität das Ego, das sich angezogen fühlt von schönen Worten, von schönen Versprechungen, dass dein Leben besser wird, dass du anschließend alle deine Wünsche erfüllen kannst, dass du ein Leben in Fülle führen wirst. Das findet das Ego alles sehr verlockend. Es hätte gerne mehr Selbstbewusstsein, obwohl es gar nicht weiß, was das ist. Es würde gerne Grenzen ziehen können und es wäre gern ein bisschen sichtbarer. Und dabei ignoriert es deine lebenslange Erfahrung. Ganz egal, welcher Wunsch dir erfüllt wurde, du warst nicht glücklich. Vielleicht für ein paar Sekunden, Minuten, manchmal sogar Tage, aber dann hast du einen neuen Kick gebraucht, eine neue Droge namens Wunsch. Und weil du so sehr auf die Droge abgefahren bist, konntest du nicht erkennen, dass ganz egal, was du dir wünschst und ganz egal, welcher Wunsch dir erfüllt wird, deine Sehnsucht immer die gleiche bleibt: Du wünschst dir Freiheit von Körperempfindungen und du wünschst dir Zufriedenheit. Und seltsamerweise fällt dir nicht auf, dass du Zufriedenheit üben kannst, bevor sich die äußeren Umstände geändert haben. Das geht aber nicht künstlich, indem du dir selbst einredest, du seist zufrieden, obwohl du es nicht bist. Das geht nur, wenn du bereit bist, die Gefühle zu fühlen, die du nicht gerne fühlst. Denn die stehen deiner Zufriedenheit im Weg. Und gegen die tust du alles. Du versuchst alles, um sie zu vermeiden. Dafür betrügst du dich auch selbst, wenn es sein muss und damit auch andere. Du erzählst dir Geschichten über dieses Gefühl: Woher es kommt, warum es da ist, warum es bleibt, warum du es nicht loswirst. Und alle diese Geschichten haben eines gemeinsam: Sie sind eine Lüge. Eine Lüge deines Verstandes, der nicht will, dass du zufrieden bist. Der nicht will, dass du wunschlos glücklich bist. Denn jeder Wunsch hält ihn am Leben.