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    4.5.2023AQ 1987
    »Ein Therapeut, der eine Massenpsychose nicht erkennt, ist keiner.«
    Ein Therapeut, der eine Massenpsychose nicht erkennt, ist keiner. Es geht dabei nicht darum, welche Meinung der Therapeut hat und was er sich vorstellen kann oder auch nicht. Es geht darum, dass er die Mechanismen und damit auch die Manipulationsmöglichkeiten der Psyche erkennen muss. Auch seiner eigenen Psyche. Ein Therapeut, der das nicht kann, ist ein Gefangener seiner eigenen Psyche und damit nicht in der Lage anderen zu helfen. Er kann seinen eigenen Verstand nicht erkennen und deshalb auch den Verstand der anderen nicht. Ein Therapeut muss nicht frei sein von menschlichen Irrungen und Wirrungen, aber er muss sie erkennen können. In sich und in anderen. Er muss die Mechanismen kennen und wenn nötig auch entlarven. Dazu muss er nicht politisch sein. Es geht nicht um eine Meinung. Es geht um Erkenntnis. Er kann sogar mitmachen. Es muss ihm nur klar sein, dass er mitmacht und warum. Und er muss sich in allen Beteiligten erkennen können. Er muss die Dynamik verstehen. Und zwar nicht theoretisch aus Lehrbüchern, sondern praktisch aus seiner eigenen Erfahrung. Er kann keine Traumata therapieren, wenn er ihre praktischen Auswirkungen nicht kennt. Wenn er Trauma therapiert, ist jede erfolgreiche Therapie ein Schritt heraus aus der Massenpsychose.