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    23.4.2023AQ 1976
    »Unglückliche Menschen orientieren sich an anderen Menschen oder Märkten.«
    0:006:49
    Unglückliche Menschen orientieren sich an anderen Menschen oder Märkten. Glückliche Menschen orientieren sich nur an sich selbst. Unsere Orientierung an anderen ist unser wesentliches Problem. Würden wir uns nicht an anderen orientieren, wären die meisten von uns glücklich. Wir denken, das sei selbstverständlich, dass man sich an sich selbst orientiert, während wir uns konstant an anderen orientieren, ohne dass wir es merken. Wir orientieren uns an anderen selbst dann, wenn wir der festen Überzeugung sind, wir würden uns an uns selbst orientieren. Es gibt Menschen, die treiben es auf die Spitze, die werden richtig verrückt, machen alles anders als die anderen und sie orientieren sich immer noch an den anderen. Was so widersprüchlich klingt, ist ganz einfach. Sie machen vielleicht tatsächlich alles anders als die anderen, aber sie machen es nur, um geliebt zu werden. Sie machen es nur für die Aufmerksamkeit. Also orientieren sie sich selbst als vollkommene Rebellen immer noch an den anderen: An denen, die ihnen Aufmerksamkeit geben, die ihre Produkte kaufen und von denen sie sich einen Like erhoffen. Diese Menschen gehen so weit, dass sie sich sogar an Algorithmen orientieren. Sie wissen, was das Computerprogramm verlangt beziehungsweise bevorzugt und belohnt und an dem orientieren sie sich. Deshalb stellen sie dir auf Social Media zum Beispiel Fragen. Nicht nur einmal, sondern regelmäßig. Jeder Post endet damit. Nicht weil sie sich wirklich für dich interessieren, was ja auch gar nicht möglich ist. Und das ist auch kein Fehler. Aber so zu tun, als würden sie sich für dich interessieren, das ist ein Fehler! Sich wirklich an sich selbst zu orientieren, ist ein Grad der Selbstbefreiung, den die wenigsten Menschen erreicht haben. Es ist ein Grad an Selbstbefreiung, der weder Disziplin noch Mut erfordert. Beziehungsweise besser gesagt, mit Disziplin und Mut allein schaffst du das nicht, das reicht nicht aus. Wenn du das erreichen willst, musst du bereit sein zu sterben. Denn es wird dir keine Anerkennung entgegengebracht, wenn du beginnst, dich an dir selbst zu orientieren. Gerade dein bestehendes Umfeld wird das überhaupt nicht goutieren, sie werden es nicht gutheißen. Und selbst wenn es ein paar Menschen gibt, die das gut finden, wie du bist, ; wenn du dich an dir selbst orientierst, es ist ist es jedes Mal wieder ein neuer Tod, denn du kannst dir nicht sicher sein. Du weißt vorher nicht, ob dein “Du-selbst-Sein” gut ankommt. In der Regel erst einmal nicht. Und egal, wie lange du das verdrängst, irgendwann werden die Selbstzweifel kommen und ganz ordentlich beginnen zu nagen. Wirklich freie Menschen orientieren sich nicht erst seit ein paar Wochen an sich selbst, sondern seit Jahren und Jahrzehnten. Es gibt nichts, was dich glücklicher macht. Es gibt aber auch nichts, was dich einsamer macht. Erst wenn du in der Lage bist, diese Einsamkeit zu genießen, wenn du dir selbst wirklich genügst, erst dann kannst du dich wahrhaftig an dir selbst orientieren … und nicht mehr an anderen Menschen oder vorgestellten Märkten.