Ich bring dir die Unruhe, die du brauchst, um dein Leben zu befreien. Woher ich das weiß, ist ganz einfach. Niemand von uns wird für das erkannt, wofür er hier ist. Ganz im Gegenteil: Das, wofür wir hier sind, wird bekämpft oder zumindest missverstanden. Und das, was bei mir missverstanden und bekämpft wurde, war die Unruhe, die ich gebracht habe. Meine Eltern wollten diese Unruhe nicht. Sie hätten sie aber gebraucht, um ihr Leben zu befreien. Und erst nach vierzig Jahren habe ich gemerkt, dass das, was ich damals getan habe, auch hilfreich sein kann und nicht nur bekämpft und missverstanden wird. Ich habe erlebt, dass es Menschen gibt, die mit dieser Unruhe sehr viel anfangen können. Menschen, die diese Unruhe tatsächlich dafür genutzt haben, ihr eigenes Leben zu befreien. Wenn du so etwas in deinem Leben erlebst, dass deine Art als Erstes negativ interpretiert wird und dann nach vierzig Jahren positiv, dann ist das einerseits verwirrend und deshalb auch sehr deprogrammierend, andererseits fällt beides weg: Negativität und Positivität. Es bleibt einfach nur noch dein Sein übrig. So wie du halt bist! Ohne Erklärung und ohne Entschuldigung. Ohne künstlichen Hype und auch ohne künstliches Niedermachen. Manche Menschen sagen dann dazu: »Es ist, wie es ist!«, bevor sie es erlebt haben. Es ist weder positiv noch negativ etwas Besonderes, wie du bist. Du bist einfach. Und du wirkst auch einfach so, wie du bist. Doch die meisten trauen sich das nicht zu leben und das ist ja auch verständlich, denn du wurdest dein Leben lang dafür gescholten, wie du bist. Ein Leben lang haben andere versucht, dich zu verändern. Wie könntest du da in dir etwas Positives finden? Das kannst du nicht, weil es nicht geht. Das macht aber auch nichts, denn du brauchst gar nichts Positives finden. Das Positive wünscht du dir nur im Widerstand zum Negativen. Wenn das Negative wegfällt, braucht nichts mehr positiv werden, denn dann bleibt einfach nur noch das übrig, wie du tatsächlich bist. Und das Negative, das wegfallen kann, ist nichts von deinem Verhalten. Es ist die Einschätzung deines Verhaltens. Du hast die Einschätzung deines Umfeldes übernommen, dass dein Verhalten negativ ist. Diese Einschätzung führst du jetzt fort, du trägst sie weiterhin in dir, auch ohne dass diese Menschen noch in deiner Nähe sind. Du hast ihre Rolle internalisiert. Du hast deren Urteil übernommen und tust so, als wäre es normal, dass du schlecht von dir denkst. Das Gegenteil davon, also gut von dir zu denken, bringt aber auch nichts, denn das kannst du dir gar nicht glauben. Wenn es so einfach wäre, dann bräuchtest du ja nur einen einzigen anderen Gedanken denken als bisher und schon hätte sich dein Leben verändert. Jeder, der das versucht hat, weiß, dass es nicht funktioniert. Es geht nämlich um etwas viel Einfacheres, was uns aber seltsamerweise schwerer fällt als alles andere: So zu sein, wie du bereits bist. Nichts mehr an dir verändern zu wollen und dich weder negativ noch positiv zu überhöhen.