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    17.4.2023AQ 1970
    »Meine Sichtbarkeit liegt nicht daran, ob mich jemand sichtbar macht, sondern daran, wie sichtbar ich sein möchte.«
    0:006:12
    Meine Sichtbarkeit liegt nicht daran, ob mich jemand sichtbar macht, sondern daran, wie sichtbar ich sein möchte. Und mit diesem Sichtbar-sein-Wollen ist nicht mein Wille gemeint. Damit ist gemeint, wie sichtbar ich sein soll. Wir neigen dazu, dann von inneren Blockaden zu sprechen. Aber woher weißt du, dass diese innere Blockade keine Regulierung ist? Eine Regulierung, die so sein soll. Natürlich kann es auch sein, dass es ein Schutzmechanismus ist, den du entwickelt hast. Dann stellt sich die Frage: Was spricht dagegen? Wer kann beurteilen, wie sichtbar oder wie erfolgreich du sein solltest? Und welcher Teil in dir könnte das wohl sein, der gerne sichtbarer wäre? Ganz egal, wer dir Sichtbarkeit verspricht, er spricht dein Ego an. Er spricht den Teil an, der sich etwas davon verspricht, sichtbarer zu sein. Was könnte das sein? Was könnte besser sein als jetzt? Was verbindest du wirklich mit dieser Idee? Was du wirklich mit dieser Idee verbindest, ist dir gar nicht klar. Dir ist nicht klar, dass du damit eine Verbesserung ganz anderer Lebensumstände und Situationen verbindest. Du gehst einfach davon aus, sichtbarer / erfolgreicher ist gleich besser. Alles wird dann besser. Als ob das jemals der Fall gewesen wäre! Erinnere dich nur mal an deine letzte Gehaltserhöhung! Wie lang hat die Freude angehalten? Wie viele Jahre warst du im Freudentaumel? Ja klar, es waren keine Jahre, es waren ja noch nicht einmal Monate. Und trotzdem erzählen wir uns diesen Scheiß immer noch selbst. Und dadurch gibt es natürlich die Möglichkeit, dass uns andere diesen Scheiß auch erzählen und den glauben wir dann bereitwillig. Und dann schreiben die ein Buch: “Werde endlich sichtbar!”, “Wie du sichtbarer wirst!", “Das solltest du dir selbstverständlich wert sein." Und dann willst du sichtbar und begehrt werden und glaubst, das sei es. Das kann es nicht sein, weil es das niemals ist. Es ist einfach nicht möglich. Falls du auf diesem Trip hängen bleibst und erfolgreich bist, dann wird das zu einer Droge. Dann willst du immer sichtbarer werden und immer größer und immer noch mehr und immer besser. Und natürlich kann es sein, dass du zwischendurch zufrieden bist mit dem, was du hast, aber dann liegt das nicht an deiner Sichtbarkeit und auch nicht an deinem Erfolg, sondern an deiner Zufriedenheit. Wir gehen fälschlicherweise davon aus, unsere Zufriedenheit würde an äußeren Umständen hängen. Das tut sie nicht. Du kannst in der besten Situation unzufrieden und in der beschissensten Situation zufrieden sein. Vielleicht schützt mich meine innere Weisheit davor, sichtbarer zu werden? Vielleicht schützt sie mich vor dem Anpassungsdruck, der dann kommen würde? Vielleicht will sie, dass ich so bleiben kann, wie ich bin? Und vielleicht will sie mich darauf hinweisen, dass ich die Sichtbarkeit mir selbst gegenüber erhöhen sollte? Wenn ich mich selbst gut sehen kann, dann brauche ich keine Sichtbarkeit mehr.