Es ist dein Geburtsrecht, dich an deiner Intuition zu orientieren. Seltsamerweise wird dir dieses Geburtsrecht von denen genommen, die dich geboren haben. Dich an deiner Intuition zu orientieren fühlt sich deshalb nicht an wie eine Geburt, sondern wie dein Tod. Und es ist auch ein Tod. Es ist der Tod des Systems in dir. Der Tod deines Verstandes, der kurz vor seinem Untergang am heftigsten rebelliert. Dieser Verstand entstand in den Momenten, in denen du dich nicht an deiner Intuition orientieren konntest beziehungsweise durftest, in denen du dazu gezwungen wurdest, dich nicht an deiner Intuition zu orientieren. Dieser Zwang fühlt sich furchtbar an und ab diesem Zeitpunkt musst du dich selbst verleugnen. Und bei dieser Selbstverleugnung stirbst du jedes Mal ein kleines bisschen mehr. Und zwar genau so lang und so oft, bis du dich irgendwie an dein Umfeld, an das System um dich herum angepasst hast und damit das System in dich integriert hast. Jetzt ist es nicht mehr außerhalb von dir, sondern in dir. Niemand muss dir jetzt mehr sagen, dass du dich nicht an deiner Intuition orientieren darfst, denn du tust es automatisch nicht mehr. Du traust dich nicht mehr. Und jede Orientierung an deiner Intuition würde sich anfühlen, als müsstest du sterben. Der Weg zurück zu dir und deiner Intuition ist also überhaupt nicht so, wie er dir verkauft wird. Er ist nicht schön, er ist nicht angenehm, er ist überhaupt nicht gemütlich. Er ist das komplette Gegenteil dessen, was dir in der sogenannten spirituellen Szene erzählt wird. Es ist das Härteste und Heftigste, was du erleben kannst. Und es ist mit “einmal der Intuition folgen” überhaupt nicht getan. Das ist ein netter Anfang, aber von “deiner Intuition folgen” gibt es so viele Schattierungen, das kannst du dir jetzt noch gar nicht vorstellen. Und es gibt auch so viele Bereiche, in denen du deiner Intuition nicht folgst. Da bist du mindestens ein paar Jahre damit beschäftigt, dir dieses Terrain wieder zurückzuerobern. Und genauso fühlt sich das an. Es ist ein Feldzug gegen das System in dir und deshalb wird selbstverständlich auch das System außerhalb von dir darauf reagieren. Und in den meisten Fällen ist diese Reaktion nicht gerade positiv. Vor allem diejenigen, die dich länger kennen, werden heftigst rebellieren und reagieren, denn du konfrontierst sie mit ihrem eigenen Ego. Und das fühlt keiner gern und das will auch kaum jemand wahrhaben. Ab diesem Zeitpunkt bist du deshalb für die meisten einfach nur ziemlich verrückt. Und selbstverständlich wirst du dich deshalb am Anfang auch einige Male ziemlich einsam fühlen. Auch da nehme ich dir gerne jede Hoffnung, dass das nach ein paar Mal vorbei ist. In der Regel dauert auch diese Phase mehrere Jahre. Im Lauf der Zeit finden dich aber natürlich neue Menschen, die dich so gut finden, wie du jetzt bist, also während du deiner Intuition folgst. Und wenn du diesen Menschen davon erzählst, wie du früher warst und wie dich andere Menschen gesehen haben, dann können die gar nicht fassen, was sie da zu hören bekommen und sie können sich auch überhaupt nicht vorstellen, dass du jemals so warst und dass dich andere jemals so negativ gesehen haben. Deiner Intuition zu folgen beginnt also als einsamer Weg. Und auch, wenn es dann später wieder anders aussieht, du bleibst ein Solitär. Und zwar selbst dann, wenn du dich anschließend wieder in Gemeinschaft befindest und von Menschen umgeben bist und dich mit Menschen umgibst, denn nichts anderes bedeutet, deiner Intuition zu folgen. Du bist kein von der Gemeinschaft abhängiges Wesen mehr. Du stehst vollkommen für dich alleine. Falls dir das jetzt noch Angst macht: Es ist dann, wenn du es lebst, viel sanfter, als du es dir momentan vorstellst.