Gefühle sind immer überraschend. Kein einziges Gefühl ist planbar. Trotzdem tun wir so. Wir planen mit unserem Verstand für die Zukunft. Wir denken uns etwas aus. Wir überlegen uns Ziele. Was wir dabei überhaupt nicht realisieren, ist, dass wir Gefühle für die Zukunft planen. Und zwar ganz bestimmte und das, ohne dass wir konkrete Vorstellungen davon haben. Wir kriegen es gar nicht mit. Falls du denkst, dass du keine Gefühle planst, schau nochmal genauer nach! Gefühle, also Körperempfindungen, sind das Einzige, was wir erleben. Ein Gedanke ohne Gefühl ist nichts. Ein Erlebnis, eine Erfahrung, ganz egal welche, ohne Gefühl ist nichts. Wenn wir bestimmte Erfahrungen planen, rechnen wir immer mit den dazugehörigen Gefühlen und das, obwohl wir mit diesen Gefühlen gar nicht rechnen können. Wir können gar nicht davon ausgehen, dass wir bestimmte Gefühle fühlen, wenn wir etwas erleben. Nur weil wir in der Vergangenheit bestimmte Gefühle gefühlt haben, garantiert uns das nicht die Gefühle für die Zukunft. Wir tun aber so, als wäre es anders und entsprechend sind wir enttäuscht, falls diese Gefühle nicht eintreten. In den meisten Fällen bekommen wir aber selbst das nicht mit. Wir realisieren nicht, dass wir enttäuscht sind von unserer Vorstellung und planen einfach das nächste Ereignis. Bei Wünschen kannst du das sehr gut beobachten, denn das Gefühl, das wir mit der Wunscherfüllung verbinden, tritt oft nicht oder nur sehr kurz ein. Und sobald wir uns einen Wunsch erfüllt haben, kommt gleich der nächste und noch einer und noch einer. Menschen wünschen die ganze Zeit, weil sie ihre erlebte Realität nie überprüft haben. Sie waren nicht wirklich anwesend, als sie ihr Ziel erreicht haben. Sie haben nicht überprüft, ob ihre Erwartungen eingetroffen sind. Und sie haben oft gar nicht mitbekommen, dass sie überhaupt Erwartungen hatten. Sie tappen von einer Unbewusstheit in die nächste. Dabei ist Unbewusstheit nur erlebte Realität, die nicht wahrgenommen wird. Man könnte auch sagen, die erlebte Realität wird verdrängt, wobei uns selbst diese Verdrängung nicht bewusst ist. Und nur weil wir verdrängen, können wir weiterhin die Zukunft planen, denn die Planung der Zukunft verdrängt auch diesen Moment. Wenn wir uns wieder von unseren Gefühlen überraschen lassen, kommen wir in diesen Moment zurück.