»Der Fisch stinkt vom Kopf« wird zu negativ interpretiert. “Der Fisch stinkt vom Kopf" stimmt natürlich und deutet sozusagen auf die Ursache hin. Allerdings gilt das nicht nur im negativen Sinn. Das bedeutet, der Fisch stinkt nicht nur vom Kopf, sondern er verändert sich auch vom Kopf aus. Das Zitat beinhaltet also nicht nur eine negative Bestandsaufnahme, sondern gleichzeitig auch die Lösung: Der Fisch verändert sich vom Kopf. Und damit meine ich natürlich nicht, dass er sich über Denken verändert, sondern von oben nach unten. Falls du zum Beispiel Geschäftsführer einer Firma bist, dann kann man dir schon vorwerfen, dass der Fisch vom Kopf stinkt und sehr wahrscheinlich hat man recht. Das heißt, wenn irgendetwas nicht läuft, liegt es an dir. Das bedeutet aber nicht, dass du mehr arbeiten musst. Es kann zum Beispiel auch bedeuten, dass du dir weniger gefallen lässt. Das ist auch eine Möglichkeit. Denn der Fisch stinkt nicht nur vom Kopf, weil du schlecht bist oder etwas nicht kannst oder weil etwas unorganisiert ist. Es kann auch sein, dass du Schwächen hast, die an dem Platz, an dem du bist, nicht hilfreich sind. Und du kannst zum einen natürlich schauen: Wie sind deine Mitarbeiter drauf? Und dann kannst du schauen: Wie bist du drauf? Der Fisch kann zum Beispiel auch vom Kopf stinken, weil du viel zu viel duldest, weil du alles mitmachst, weil du dich unterordnest, statt die Führung zu übernehmen. Die Wahrscheinlichkeit ist auch groß, dass Menschen in Führungspositionen in alternativen Bereichen, in heilenden und helfenden Berufen, sehr nachgiebig und großzügig sind. Und manchmal oder sogar öfter kann das sehr kontraproduktiv sein. Das heißt, du duldest viel, du lässt viel über dich ergehen, du sprichst kein Machtwort, du willst niemandem auch nur ein Haar oder noch nicht einmal ein Härchen krümmen, du willst ein spirituelles Business und alle Mitarbeiter spirituell behandeln und gibst dabei dich selbst auf. Es wäre also an der Zeit, dich in deiner Position und in deiner Funktion neu zu beleben. Je nachdem, wie ernst die Lage ist, , und auch auf die Gefahr hin, dass dich Menschen plötzlich nicht mehr so cool finden, es nicht mehr so schön haben bei dir bei dir und damit natürlich auch auf die Gefahr hin, dass sie nicht bleiben, und auch ultimativ auf die Gefahr hin, dass einiges stehen bleibt oder sogar zusammenbricht. Dazu musst du wissen, dass du andere nicht glücklich machen kannst. Du bist nicht für das Glück der anderen zuständig, sondern für dein eigenes. Und wenn du eine Firma hast, dann bist du auch für diese Firma verantwortlich. Nicht in dem Sinn, in dem es viele meinen, dass du alles erhalten musst und damit alle ernährt sind, und diesen Job für immer behalten können, der so bequem und angenehm ist. Du bist dafür verantwortlich, dass es der Firma nach deinen Maßstäben gut geht. Vor allem aber — und natürlich in allererster Linie — muss es dir gut gehen. Du musst dich wohlfühlen als Chef, als Geschäftsführer, als Inhaber. Der Laden muss so laufen, dass es dir gut tut. Wenn er dabei anderen auch gut tut, ist das eine nette Begleiterscheinung. Es darf aber unter gar keinen Umständen deine Orientierung sein, denn deine Orientierung liegt in dir. Dir muss es gut gehen.