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    15.3.2023AQ 1937
    »Warum gibt es so viel Erniedrigung auf der Welt?«
    0:006:49
    Warum gibt es so viel Erniedrigung auf der Welt? Weil es so viel Überhöhung gibt. Die Überhöhung sorgt auch für die Erniedrigung und umgekehrt, die Erniedrigung sorgt für die Überhöhung. Und weil wir beides regelmäßig machen, gibt es beides im Wechselspiel. Und falls du denkst, dass du nur eine Seite kennen würdest, dann schau bitte ganz genau hin! Es ist nicht möglich. Es gibt mit Sicherheit Menschen, die behaupten, sie würden niemanden überhöhen. Und das stimmt nicht! Das ist tief in uns einprogrammiert. Und ganz egal, in welchem Bereich du das machst, die Überhöhung sorgt auch für deine Erniedrigung oder natürlich auch für die Erniedrigung anderer. Es ist dabei vollkommen egal, wen oder was du überhöhst oder erniedrigst. Das geschieht selbstverständlich in den unterschiedlichsten Kombinationen. Zum Beispiel könnte es sein, dass du dich selbst überhöhst, indem du denkst, du seist etwas Besseres, du seist anderen überlegen. Es kann aber auch sein, dass du andere überhöhst, dass du also denkst, andere seien etwas Besseres als du und sie seien dir überlegen. Bei diesem Beispiel kannst du es ganz einfach sehen: Wenn du andere überhöhst, erniedrigst du automatisch dich. Es geht gar nicht anders. Eins ist mit dem anderen verbunden. Eins kann ohne das andere überhaupt nicht existieren. Und jetzt kommt etwas Verrücktes! Falls du jetzt denkst: »Ja, ja, wir sind alle gleich!«, erniedrigst du auch wieder, ohne dass es dir klar ist. Du stellst alle auf eine Stufe, als gäbe es keine Unterschiede. Das stimmt ja nicht. Und das ist ja auch offensichtlich, dass es Unterschiede gibt — von den banalsten bis hin zu den kompliziertesten. Ich habe diese Reaktion des Verstandes schon oft beobachtet. Das ist ein Verstand, der nicht bewundern kann, der sich erniedrigen muss, um andere überhöhen zu können. Und umgekehrt, der sich überhöhen muss, um andere zu erniedrigen. Ein Verstand, der glaubt, er müsse alles gleich machen, damit es keine Erniedrigung und Überhöhung mehr gibt. Aber das stimmt nicht. Die Erniedrigung und die Überhöhung sind Körperempfindungen in dir und es sind gleichzeitig Verstandesreaktionen, um bestimmte Körperempfindungen nicht fühlen zu müssen. Du kannst zu jemandem aufschauen, ohne ihn zu überhöhen. Und du kannst auch zu jemandem herabschauen, ohne ihn zu erniedrigen. Der Verstand begreift das nicht, dass das möglich ist, aber es ist möglich. Die gesamte Verstandeswelt besteht aus Überhöhung und Erniedrigung durch den ständigen Vergleich mit anderen. Es ist aber nicht der Vergleich, der das Problem ist. Du kannst dich vergleichen und du kannst offen und ehrlich sehen, dass du besser oder schlechter bist als jemand, ohne dich dabei zu überhöhen oder zu erniedrigen. Wir müssen nicht alles nivellieren und gleich machen. Wir können die Unterschiede sehen und feiern. Wenn wir dabei nicht mehr überhöhen, erniedrigen wir auch nicht mehr. Und wenn wir dabei nicht mehr erniedrigen, überhöhen wir auch nicht mehr.