Geschenkte Freiheit hat keinen Wert. Du könntest auch sagen: »Geschenkte Freiheit ist keine.« Wenn dir jemand versucht, Freiheit zu schenken, oder du dir wünschst, dass dir jemand Freiheit schenkt, dann kann das ja nur von außen kommen. Also durch äußere Umstände. Jemand kann dir zum Beispiel Geld schenken. Aber diese äußere Veränderung verändert ja gar nichts in dir. Auch dann nicht, wenn du sehr überzeugt davon bist, dass es etwas verändern würde. Jemand kann dir viel Geld oder auch flexible Arbeitszeiten oder was auch immer du dir unter Freiheit vorstellst, schenken und du fühlst dich innerlich trotzdem nicht besser. Es gibt also gar keine geschenkte Freiheit. Freiheit musst du dir immer innerlich erarbeiten. Niemand kann sie dir geben. Niemand kann sie dir schenken. Der größte Trugschluss, die schlechteste Idee von Freiheit ist die Idee, dass sie dir ein anderer geben könnte. Echte Freiheit musst du dir hart erarbeiten und damit meine ich nicht die harte Arbeit, an die die meisten denken, sondern Freiheit ist ein innerer Prozess. Ein Prozess, bei dem du dir selbst auf die Schliche kommen musst. Du musst herausfinden, was dir und deiner Freiheit im Weg steht. Und das sind keine trivialen Abkürzungen, die dein Verstand gerne nimmt, indem er sagt: »Na ja, Stefan, mir fehlt nur ein bisschen Geld. Sobald ich das hätte, würde ich mich frei fühlen.« Das ist die Verarschung, der wir nachlaufen und auf die wir reinfallen. Es ist nicht die Wahrheit. Um die Wahrheit zu finden, musst du dich in der Tiefe untersuchen. Du musst dir und deinem Verstand auf die Schliche kommen. Du musst herausfinden, welchen Blödsinn er dir erzählt, den du glaubst … und deshalb auf ihn hereinfällst. Es gibt dabei keine Abkürzungen, denn die Abkürzungen hast du dein Leben lang versucht und sie haben alle nicht funktioniert. Die Abkürzungen waren immer äußere Veränderungen. Und diese Abkürzungen gibt es in allen Bereichen. Zum Beispiel: “Hätte ich nur einen liebevollen Freund, eine liebevolle Freundin, dann wäre ich glücklich, dann würde ich mich wohl und geborgen fühlen. Hätte ich nur Kinder, dann wäre mein Leben perfekt. Wäre einfach nur mein Chef ein bisschen freundlicher, dann würde es mir gut gehen. Würde ich mehr Geld verdienen, dann würde ich mich frei fühlen.” Es funktioniert nur umgekehrt. Du darfst auf der Suche nach Freiheit nicht mehr von außen nach innen gehen. Du musst nach innen gehen, um von innen nach außen zu handeln. Der Grund für deine Handlungen muss unbedingt immer dein Innerstes sein. Und sonst nichts. Alles andere, alles Äußere, ist auch von außen oktroyiert und ist eine Illusion. Es ist vor allem immer materiell, auch dann, wenn du denkst, dass das ja nichts Materielles ist. Auch der Partner, den du dir wünschst, der kommt in der Materie daher, nicht außerhalb davon. Und selbst eine Seelenverbindung, die du dir wünschst, zähle ich zur Materie, denn das ist außerhalb von dir. Und das ist etwas, das du nicht beeinflussen kannst. Was du beeinflussen kannst, ist alles, was in dir stattfindet. Und das ändert sich nicht über einen Zauberspruch über Nacht oder über irgendeine Affirmation oder Meditation, die du drei Wochen machst. Das ändert sich über die Jahre. Und wenn du dir all deine Programme anschaust und wiederholt regelmäßig konstant, penetrant und radikal deine Gedanken ignorierst, dann verändert sich etwas in dir und dadurch selbstverständlich auch außerhalb von dir. Aber diese äußere Veränderung ist dir egal. Denn du warst präsent und du bist präsent und bleibst präsent, was innen in dir geschieht. Alles andere verliert seine Bedeutung. Tatsächlich hatte es noch nie eine. Du hattest nur den falschen Fokus. Du hattest deine Aufmerksamkeit auf Bereiche außerhalb von dir, die du gar nicht beeinflussen kannst, von denen man dir aber erzählt hat, du könntest sie beeinflussen, du müsstest doch nur x, y, z machen und schon würde sich alles verändern. Du könntest zum Beispiel einen Marketing-Kurs belegen und dann würdest du Kunden bekommen. So banal, trivial und bescheuert denken wir wirklich. Das geht nur deshalb, weil wir nicht wirklich aufmerksam sind, weil wir uns nicht beobachten wollen. Wir wollen nicht schauen: Woher kommen unsere Wünsche? Warum entstehen sie überhaupt? Kann ich das beeinflussen? Woher kommen meine Gedanken? Wer bin ich und was soll das alles hier? Das sind die viel relevanteren Fragen, die wir uns stellen müssten, bevor wir irgendetwas außerhalb von uns bearbeiten wollen. Wenn wir uns diese Fragen stellen, dann wollen und können wir gar nichts mehr außerhalb von uns bearbeiten, denn wir merken im Lauf der Zeit, wie schmerzhaft das ist. Und diesen Schmerz würden wir fühlen, wenn wir aufmerksam wären. Sind wir aber nicht, deshalb verdrängen wir ihn und tun so, als wäre das alles normal. Ist es aber nicht. Deshalb müssen wir herausfinden, was für uns tatsächlich normal ist. Und in unserem natürlichen Zustand ist zum Beispiel Freiheit vollkommen normal. Wie sich diese Freiheit im außen zeigt, wie dein Leben aussieht, während du diese Freiheit fühlst, ist vollkommen egal, spielt keine Rolle. Das Einzige, was eine Rolle spielt, ist, ob du diese Freiheit fühlst. Und daran orientieren sich dann auch dein Leben und die Welt um dich herum.