1. Fühl deine Gefühle als Körperempfindung. 2. Ignoriere jeden Gedanken. 3. Halt deine Klappe! 4. Beobachte dich dabei. Da der Verstand mit jeder einzelnen Anweisung überhaupt nicht zurechtkommt, interpretiert er sie als bequeme Regeln für den Lehrer … und das macht er in einer abwehrenden Haltung. Er glaubt tatsächlich, ein Lehrer hätte irgendetwas davon, wenn du diese Regeln befolgst, wenn du diese Anweisungen umsetzt. Tatsächlich hat derjenige, der diese Regeln aufstellt, gar nichts davon. Ich habe einfach nur wiedergegeben, was mir bei meinem Lehrer passiert ist. Ich habe plötzlich realisiert, dass Gefühle Körperempfindungen sind, die ich fühlen kann. Ich konnte dadurch jeden einzelnen Gedanken ignorieren. Deshalb konnte ich auch nichts mehr sagen, denn dem war nichts hinzuzufügen und ich konnte überraschenderweise die Klappe halten. Ich konnte es nicht nur, ich wollte es unbedingt, ich wollte mit niemandem sprechen. Und dabei habe ich mich beobachtet. Ich habe mich dabei beobachtet, wie mir das passiert ist. Ich habe das nicht gemacht und ich habe das in dem Moment auch überhaupt nicht vollumfänglich realisiert, was da passiert. Ich habe nur gemerkt, dass es richtig und richtig gut ist, was da passiert. Und ab dem Zeitpunkt habe ich mich daran orientiert. Das heißt, bei wesentlichen Themen beziehungsweise zu den wesentlichen Bereichen in meinem Leben habe ich nur noch Menschen zugehört, bei denen das passiert ist. Und als Erstes ist es mir bei meinem Lehrer passiert, zumindest in dieser Ausprägung. Wenn du das so erlebst, dann realisierst du, wie dumm eine solche Anleitung ist, denn um diese Anleitung schreiben zu können, musste ich es erleben. Erlebt habe ich es nicht wegen einer Anleitung. Erlebt habe ich es, weil es mir passiert ist. Die Worte sind dabei nur Ergebnis der inneren Vorgänge und das kann man nicht umkehren. Wir können zwar innere Vorgänge in Worte verwandeln, auch wenn das immer unzureichend ist, aber es ist unmöglich, Worte in innere Vorgänge zu verwandeln, denn es sind nicht die Worte, um die es geht. Es sind die Vorgänge in dir. Dazu musst du bereit sein und auch diese Bereitschaft kann man nicht machen, die kann man nicht herbeireden, die kann man sich noch nicht einmal herbeiwünschen. Wozu also all das Gerede? Nur um die Energie hinter den Worten zu transportieren. Für nichts anderes. Denn die Anleitung mit dem Verstand gelesen, ist eine Zumutung, eine Frechheit und eine Unverschämtheit. Das Ego fühlt sich angegriffen. Es merkt, dass etwas von ihm erwartet wird, was seinen Tod bedeutet. Kein Ego findet das gut. Kein Verstand kann dem zustimmen. Es wird alles tun, um genau das zu vermeiden. Denn diese Anleitung ist keine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die du machen kannst. Es ist eher eine Anleitung in Hingabe. Wenn du dich wirklich hingegeben hast, wirst du diese vier Punkte erleben. Es geht gar nicht anders, weil das bei Hingabe geschieht. Du fühlst, dass alles in dir ist und dass deine Gefühle als Körperempfindung wahrnehmbar sind. Und während du das wahrnimmst, kannst du nicht denken. Du musst also gar keine Gedanken mehr ignorieren, denn es sind keine mehr da und wenn keine Gedanken mehr da sind, dann entfallen auch sämtliche Gesprächsthemen. Du bist also ganz automatisch still … und wenn du richtig still bist und gedankenfrei, dann bist du plötzlich in der Lage, dich zu beobachten. Auch das geschieht von ganz allein. Du musst es nicht tun. Denn wenn Gefühle als Körperempfindung wahrgenommen werden, bist du in dir. Du hast keine Gedanken mehr. Du bist still. Und was bleibt, ist Gewahrsein. Du nimmst wahr, was jetzt hier ist. Und das geht sogar, wenn wieder Gedanken kommen. Dann kannst du auch die Gedanken wahrnehmen und als das erkennen, was sie sind: Einfach nur Fantasie. Fantasie ohne Substanz. Fantasie, der du folgen kannst, aber nicht folgen musst. Dein Leben ist schon immer jenseits davon. Und dieses Leben braucht keine Anleitung, sondern nur einen Wandel deines Bewusstseins.