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    4.3.2023AQ 1926
    »Die Welt orientiert sich an dir, aber du orientierst dich an der Welt.«
    0:007:55
    Die Welt orientiert sich an dir, aber du orientierst dich an der Welt. Du orientierst dich an der Welt, weil man es dir so beigebracht hat. Man hat dir gesagt, dass du auf die Welt reagieren und dich gegen die Welt verteidigen musst, weil die Welt auf dich zukommt, etwas von dir will, etwas von dir verlangt. Und du musst darauf reagieren. Du musst einerseits deinen Teil dazu beitragen und andererseits musst du dich gegen ungerechtfertigte Forderungen verwehren. Die Welt reagiert aber nur auf dich, auf deine Stimmung, auf deine Schwingung. Deine Schwingung erhöht sich nicht, wenn es dir schlecht geht und du so tust, als ginge es dir gut. Deine Schwingung erhöht sich, wenn du bereit bist, mit allem hier zu sein, was jetzt in dir ist. Sie erhöht sich nicht, wenn du dich verwehrst. Und sie erhöht sich auch nicht, wenn du mitmachst. Sie erhöht sich, wenn du alles fühlst, wenn du die Welt reinlässt, sie aber nicht übernimmst. Es gibt nur eine Instanz, an der du dich orientieren kannst. Und diese Instanz ist in dir. Es gibt keine andere. Denn außerhalb von dir gibt es alles Mögliche und Unmögliche und du kannst dir nie sicher sein, wer die Wahrheit sagt. Du kannst dir nie sicher sein, wer vorgibt, sich an sich selbst zu orientieren, statt an anderen. Beziehungsweise du kannst dir nur dann sicher sein, wenn du es in dir fühlst und nicht außerhalb von dir, wenn du nicht der Welt folgst, also zum Beispiel, weil jemand ein Zertifikat hat, sondern deinem Innersten. So kannst du auch deinen Lehrer finden. Nicht anders. Dein Lehrer muss sich trotz allem Schmerz, den er in dir auch auslösen kann, gut und richtig anfühlen. Er darf nichts von dir wollen und er muss selbst vollkommen unabhängig sein. Unabhängig von der Aufmerksamkeit von anderen, unabhängig von Zuneigung, aber auch von Ablehnung. Und er muss das vorleben, was du anstrebst, nämlich die Unabhängigkeit von der Welt, damit du ein Vorbild hast, wie das geht, dich an dir zu orientieren, während dir alle anderen das Gegenteil sagen. Wir begehen diesen Fehler, dass wir uns an der Welt orientieren, weil diese Welt so real erscheint und weil wir nur eine Variante gelernt haben, wie wir die Welt beeinflussen können. Aber nicht einmal das machen wir, denn wenn wir uns an der Welt orientieren, beeinflussen wir die Welt ja gar nicht. Wir lassen uns von der Welt beeinflussen. Wir verändern uns für die Welt da draußen. Wir bekommen ganz genau mit, was von uns gefordert wird. Wir beobachten sehr genau, wenn auch oft unterbewusst. Und wir realisieren, wenn zum Beispiel jemand bestraft wird für etwas, das er tut, dann machen wir das nicht. Dann versuchen wir, unser Verhalten anzupassen, damit uns keine Strafe droht. Und wir beobachten auch sehr genau, wofür man belohnt wird und auch das übernehmen wir. Und so entsteht eine Gesellschaft aus Menschen, die sich an den anderen orientieren. Besser gesagt, an den Lautesten, Auffälligsten und auch Manipulativsten. All das nur, weil wir nicht fühlen wollen, wie es sich anfühlt, wenn wir alleine da stehen. Denn wenn wir uns an uns selbst orientieren, an der uns inneliegenden Moral, dann ist die sehr individuell, die ist nie gleich. Man kann nicht zeigen, was für ein guter Mensch man ist, denn die anderen würden gar nicht zustimmen. Sie können das Gute in uns nicht sehen, weil sie blind sind und weil sie sowohl sich selbst als auch andere an ganz einfachen simplifizierten Maßstäben messen. So entsteht eine Welt des Gleichschritts. Wir geben unsere Vielfalt für eine scheinbare Gemeinschaft, die gar keine ist, auf. Und so sind wir alle entkoppelt von unserem Innersten und halten das noch nicht einmal für seltsam.