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    2.3.2023AQ 1924
    »Konflikte finden auf der Trauma-Ebene statt.«
    0:007:07
    Konflikte finden auf der Trauma-Ebene statt. Ohne Trauma gibt es keine Konflikte. Selbst dann nicht, wenn sie dir als solche erscheinen. Außerhalb von Trauma findet kein Konflikt statt. Und da stellt sich dann natürlich die Frage nach der Henne und dem Ei. Was war als Erstes da? Der Konflikt oder das Trauma? Und wenn du verschwörerisch denkst, dann könntest du davon ausgehen, dass Trauma immer wieder ausgelöst wird, damit es Konflikte gibt. Oder umgekehrt, dass Konflikte immer wieder ausgelöst werden, damit es Trauma gibt. Es ist aber gar nicht kompliziert. Es ist ein sich selbst erhaltender Mechanismus, denn die Profiteure der Konflikte sind selbst traumatisiert. Manche weniger, die meisten mehr. Und diejenigen, die am meisten davon profitieren, denken nur, dass sie davon profitieren. Und selbst das ist falsch ausgedrückt, denn im Trauma, in der Angst denkst du nicht. Du nennst es vielleicht Denken und du denkst, dass du denkst, aber es ist kein freies Denken, es ist trauma-basiertes Denken. Du bist dann ein Gefangener deiner selbst und denkst, du nimmst andere gefangen. Du dominierst und beherrschst dich selbst und denkst, du dominierst und beherrschst andere. Es fühlt sich auch so an und zwischendurch bekommst du dadurch einen Kick. Diejenigen mit dem geringsten Bewusstsein, der geringsten Schwingung werden nicht den ersten Schritt machen. Es gibt nur einen, der den ersten Schritt machen kann und der bist du. Andere werden folgen oder auch nicht. Das ist nicht relevant und das darf dir nicht wichtig sein. Frei von Trauma löst du keinen Streit aus und ziehst auch keinen an. Und so was klingt natürlich nach einem unfassbar hohen Ziel. Ich empfehle dir nicht, so ein Ziel zu setzen. Es geht nie um Hundertprozentigkeit und um das Ziel, sondern immer nur um den ersten Schritt zur Überwindung deines Traumas. In jedem Konflikt und in jedem Streit wird unser Trauma erneut ausgelöst. Ohne diesen Auslöser gibt es keinen Konflikt und keinen Streit oder du hast kein Trauma. Es geht dabei auch nicht darum, wie der andere das interpretiert, ob ihr gerade streitet oder nicht. Es geht nur um dein Gefühl dabei. So kann es durchaus sein, dass ein anderer der Meinung ist, dass ihr gerade nicht streitet, für dich fühlt es sich aber so an. Oder er ist der Meinung, ihr streitet und für dich fühlt es sich überhaupt nicht so an. So kannst du sehen, es gibt tatsächlich diese Paralleluniversen. In der gleichen Situation vollkommen verschiedene erlebte Welten. Deswegen bringt es auch nichts, darüber zu sprechen oder sogar zu streiten, wer jetzt recht hat, wer jetzt richtig fühlt und wer es falsch fühlt. Es geht nur darum, wie du es fühlst. Und auch das ist nicht relevant für den anderen, sondern nur für dich. Denn nur du kannst es wahrnehmen und nur du kannst dich daran erinnern, dass du jetzt gerade ins Trauma zurückgerutscht bist. Im Idealfall verurteilst du dich nicht dafür und fühlst die damit verbundene Körperempfindung und nimmst die Gedanken wahr, die durch diese Körperempfindung ausgelöst werden. Dabei ist es nicht wichtig, besser zu werden oder weiterzukommen. Es geht immer wieder nur um diesen ersten Schritt. Niemals um mehr.