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    28.2.2023AQ 1922
    »Du fühlst nicht, damit es sich auflöst.«
    0:006:24
    Du fühlst nicht, damit es sich auflöst. Du fühlst, damit es da sein darf. Das ist wohl eines der größten Missverständnisse: Der Verstand liebt Ziele. Er macht Dinge, damit sie sich verändern oder damit sich etwas verändert. Er kann nicht verstehen, dass es einen anderen Zustand, einen anderen Bewusstseinszustand geben könnte, indem das, was er verurteilt, als falsch und schlecht bewertet, nicht mehr verschwinden muss. Er kann sich nicht vorstellen, dass es einen Zustand gibt, in dem etwas sein darf, vor allem etwas, das ihm nicht gefällt. Keine Körperempfindung muss sich auflösen. Jede Körperempfindung darf einfach hier sein. Denn die Körperempfindung ist nicht das, was der Kopf daraus macht. Das ist nicht der Name eines Gefühls, es ist eine Empfindung in deinem Körper, die, wenn sie von deinen Gedanken entkoppelt wird, nicht das ist, was du bisher gedacht hast. Es ist eine Empfindung. Manchmal ist sie vielleicht auch unangenehm, aber du kannst entdecken, dass sie gar nicht verdrängt werden muss. Diese Entdeckung ist in etwa so ähnlich wie das, was du beim Fasten herausfinden kannst. Wenn du fastest, gibt es viele Gedanken dazu. Der Verstand sagt dir gleich mal am Anfang: »Oh Gott, das Fasten dauert ewig! Das muss ich jetzt die nächsten drei Jahre machen. Das geht doch nicht!« Oder er braucht ein Ziel und sagt: »Ah, Gott sei Dank! Nur noch drei Tage! Dann ist es vorbei.« Er kann nicht einfach das Ziel offen lassen. Fasten auf unbestimmte Zeit ist eine Horrorvorstellung für den Verstand. Wenn du geübt bist darin, deine Gedanken zu ignorieren und die Körperempfindung zu fühlen, und wenn du Übung beim Fasten hast damit, deine Gefühle zu fühlen, dann weißt du, dass es beim Fasten genau darum geht. Der Verstand sagt: »Oh, ich hab so Hunger! Ich muss was essen. Mein Magen knurrt.« Und wenn du ehrlich bist und die Körperempfindung fühlst, merkst du, das sind nur Gelüste. Das ist kein echter Hunger. Denn du verhungerst gerade nicht. Nicht am ersten Tag des Fastens, nicht am zweiten, nicht am dritten, auch nicht am vierten, fünften, sechsten, siebten. Du verhungerst noch nicht einmal nach vierzig Tagen. Dein Verstand könnte nach vierzig Tagen verhungern, wenn du ihm die Grundlage entziehst, wenn du ihm keine Energie mehr gibst durch deine Aufmerksamkeit. Wenn die Gelüste da sein dürfen und auch die Körperempfindungen, die mit dem Fasten verbunden sind, dann wird es plötzlich sehr einfach, weil es sehr ruhig wird. Fasten ist fast eine Art Lackmustest für deine Fähigkeit, die Gedanken zu ignorieren und deine Körperempfindungen wahrzunehmen. Ich habe letztes Jahr sieben Wochen gefastet und ich habe wieder damit begonnen, schon vor der Fastenzeit, bin jetzt, glaube ich, bei Tag 10 oder so. Wenn du Lust hast, kannst du gerne mitmachen.