Stefan Hiene LogoStefan Hiene Logo
    StefanHiene
    • Audioquickies
    • Entbildung
    • Kryptogold
    • Goldesel
    • Kostenlos
    • Shop
    Stefan Hiene LogoStefan Hiene Logo
    StefanHiene
    Start
    AQ
    Anmelden
    Stefan Hiene LogoStefan Hiene Logo
    © 2026 Stefan Hiene
    ImpressumDatenschutzAGBKontaktKaffeeHilfe
    Alle Audioquickies
    24.2.2023AQ 1918
    »Unser Erfahrungsraum wird eingeschränkt durch die Geschichten, die uns erzählt werden.«
    0:009:11
    Unser Erfahrungsraum wird eingeschränkt durch die Geschichten, die uns erzählt werden. Dieses Zitat kannst du auf die unterschiedlichsten Erfahrungsräume anwenden, innere und äußere. Ein einfaches Beispiel: Dein innerer Erfahrungsraum wird eingeschränkt durch Religion, denn Religion beziehungsweise Kirchen behaupten, du bräuchtest bestimmte Umstände, ein bestimmtes Gebäude und dort könntest du Gott erfahren. Sie zeigen dir aber keine praktischen Schritte dazu. Sie schränken deinen Erfahrungsraum ein, indem sie dir sagen, wo Gott ist und wo Gott nicht ist. Selbst dann, wenn sie das nicht explizit sagen, wenn aber klar ist, dass du zum Beispiel Teil einer Gemeinschaft sein musst, um teilhaben zu können. So etwas geht aber auch im nicht kirchlichen Bereich. Zum Beispiel, wenn dir gesagt wird, was etwas ist, vor allem dann, wenn das, was da beschrieben wird, für dich gar nicht direkt erfahrbar ist. Dann hast du bereits eine Idee, was es angeblich ist, bevor du es für dich selbst zumindest gedanklich untersuchen kannst. Es steht dann bereits fest für dich, was es ist, weil alle anderen sagen, was das ist. Ich hätte viele lustige Beispiele für dich, über die ich auch zwischendurch in den Retreats erzähle, aber die würden jetzt hier den Rahmen sprengen, und es besteht die Gefahr, dass du dann abschaltest. Und es wird natürlich auch dein äußerer Erfahrungsraum eingeschränkt, indem man dir sagt, wie der ist, auch wenn du ihn überprüfen kannst. Wenn bestimmte Themen medial intensiv verbreitet werden, obwohl sie kaum eine Relevanz haben, weder in deinem Leben noch in dem Leben der anderen, dann wird ebenfalls dein Erfahrungsraum eingeschränkt, weil du dann ebenfalls Vorurteile hast und ganz konkrete Vorstellungen , wie es ist beziehungsweise auch, wie es nicht ist. Und dann schließt du für dich, ohne dass du es wirklich merkst, bestimmte Gedanken, bestimmte Handlungen und bestimmte Gefühle von vornherein aus, weil es vollkommen klar ist, dass du die nicht denken und nicht fühlen darfst, weil es ja anders ist, als es sich vielleicht anfühlt oder als du denkst. Wahrscheinlich ist es dir schon aufgefallen, dass diese Narrative in letzter Zeit extrem zunehmen. Da stellt sich natürlich die Frage, ob die Narrative zunehmen oder ob es dir eher auffällt. Ich vermute Letzteres. Die meisten Menschen kommen aus den bestehenden Narrativen nicht heraus. Ich nenne das die Wikipedia-Welt. Eine Welt, in der so getan wird, als wäre alles oder fast alles schon komplett klar, darf nicht hinterfragt werden und man braucht auch keine neuen Experimente machen, weil vor 100 Jahren hat ja schon mal jemand ein Experiment gemacht. Das wurde zwar nie wirklich bestätigt oder nur halb, aber in der Wikipedia-Welt interessiert das keinen. Die Realität ist so hinzunehmen, wie sie dir erzählt wird, und kaum jemand realisiert, dass auch das alles nur Geschichten sind. Es sind zwar Geschichten von Menschen, die behaupten, sie seien objektiv und sie würden alles richtig erzählen, aber das geht nicht, weil es so etwas nicht gibt. Es gibt keinen objektiven Menschen und es gibt auch keine richtigen Geschichten. Es gibt nur Geschichten, bei denen du das Gefühl hast, du liegst richtig, und bei denen du das Gefühl hast, du bist objektiv. Alleine bei der Frage nach der Entstehung von Bergen und Gebirgen kenn ich vier verschiedene Theorien, vier verschiedene Erklärungen, eine offizielle, eine aus der Wikipedia-Welt und drei inoffizielle alternative Theorien. Die widersprechen sich natürlich gegenseitig, schließen sich teilweise gegenseitig aus und wir könnten mal versuchen, diese tatsächlich nebeneinander nicht nur stehen zu lassen, sondern sogar zu bewundern. Uns darauf einzulassen, wie es ist, wenn jede Erklärung wahr ist, weil sie sich gut anfühlt. Natürlich nur dann, wenn sie sich tatsächlich gut anfühlt. Wir haben dann in der Regel Angst, dass wir beliebig werden und dass wir uns nicht mehr festlegen können. Und diese Angst haben wir, bevor wir es ausprobiert haben. Wir könnten uns einfach mal jede alternative Theorie anhören und jede Erklärung zulassen, bevor wir sie programmiert konsequent ablehnen. Was sich dabei in dir verändert, ist gar nicht die Geschichte. Zumindest ist das nicht der wesentliche Teil, sondern was sich in dir verändert, ist etwas ganz anderes. Es ist eine Art Fähigkeit, die ich aber gar nicht genau beschreiben kann. Es ist wie ein 360-Grad-Blick, der sich dadurch ergibt, in dir. Du kannst dabei selbstverständlich immer noch deine Vorlieben und Abneigungen haben, aber du hast dir alles mal angehört und alles mal für möglich gehalten. Das verändert dein Leben mehr als die Einbildung, du wüsstest zu 100 Prozent, was richtig ist.