Es gibt keine Glaubenssätze. Glaubenssätze sind keine Sätze, die du kennst. Falls es Glaubenssätze geben würde, wären sie überhaupt kein Problem. Denn dann weißt du ja, woran du glaubst, t und alles ist okay. Was mit Glaubenssatz gemeint ist, sind Überzeugungen, die wir noch nicht einmal mitbekommen und die sind ein Problem. Ein Glaubenssatz ist eine unbewusste Überzeugung und deshalb ist es kein Glaubenssatz. Ein Glaubenssatz ist bewusst oder zumindest halb-bewusst. Ein Glaubenssatz wäre ein Satz, den du dir innerlich immer wieder sagst, den du auch abrufen kannst, den du dir bewusst machen kannst. Es ist aber viel subtiler und deshalb fällt es dir gar nicht auf. Und falls es doch einen Glaubenssatz gibt, dann bist du so überzeugt von ihm, dass er dir wegen deiner Überzeugung nicht auffällt. Und dann kommen noch ein paar Dinge erschwerend hinzu. Selbst wenn es Glaubenssätze gäbe, auf die du kommst und die dir einfallen, dann bringt es dir gar nichts, denn dieser Satz ist nicht als Satz in dir abgespeichert. Dieser Satz ist das Resultat eines emotionalen Musters, einer Körperempfindung. Deshalb bringen Affirmationen bei den meisten Menschen auch so wenig, denn du kannst eine abgespeicherte Körperempfindung nicht mit einem Gedanken auslöschen. Du kannst nicht mit einem Gedanken gegen eine Körperempfindung kämpfen. Deshalb fühlt sich das für dich und auch für andere oft als Fake an. Es fühlt sich unecht an. Sowohl du als auch die anderen fühlen diese Affirmationen gegen die eigenen Körperempfindungen nicht als authentisch. Ganz im Gegenteil, das fühlt sich oft extrem unauthentisch an. Es ist Pseudo-Wunschdenken. Keine Spiritualität. Und das hat nichts damit zu tun, dass die Affirmationen nicht möglich wären oder dass sie generell nicht stimmen. Sie stimmen für dich nicht oder sie stimmen für den nicht, der sie sagt. Und das fühlt man. Da fühlst du einen Schwingungswiderspruch. Die Schwingung des Satzes ist die eine und die Schwingung des Emotionalkörpers eine vollkommen andere. Ich bin mir ziemlich sicher, dass du sowas kennst, weil du es selbst schon erlebt hast und zwar sowohl bei dir selbst als auch bei anderen. Jemand hat dir zum Beispiel gesagt: »Wir sind doch alle Licht und Liebe.« Und während dieser Satz stimmt, wärst du ihm oder ihr am liebsten ins Gesicht gesprungen, weil es sich überhaupt nicht gut angefühlt hat. Und es hat sich für dich nicht deshalb nicht gut angefühlt, weil du diesen Satz nicht glauben könntest oder weil du ihn nicht leben könntest, zumindest zwischendurch. Es hat sich so schlecht angefühlt und es hat dich so sehr getriggert, weil es in dieser Situation unter diesen Umständen mit diesen Gefühlen nicht gestimmt hat. Da war ein emotionaler Widerspruch. Zwei verschiedene Menschen können zum gleichen Zeitpunkt diesen Satz sagen und bei dem einen ist er die absolute Wahrheit und beim anderen ist er absolut gelogen. Deshalb ist alles relativ, weil ein objektiv wahrer Satz immer subjektiv geprägt wird. Und zwar sowohl von denen, die ihn sagen, als auch von denen, die ihn hören. Nur deshalb ist dieses ganze Spiel so spannend.