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    17.2.2023AQ 1911
    »Selbstbewusstsein ist nicht, überzeugt zu sein, dass du besser bist als die anderen.«
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    Selbstbewusstsein ist nicht, überzeugt zu sein, dass du besser bist als die anderen. Selbstbewusstsein ist der Wegfall der Notwendigkeit, dich mit anderen zu vergleichen. Viele Menschen verstehen unter Selbstbewusstsein die Tatsache, dass jemand in einen Raum geht, sich umschaut und denkt: »Ich bin der Beste hier.« Das halten sie dann für selbstbewusst. Das mag eine sehr spezielle Form des Selbstbewusstseins sein, aber es ist kein echtes Selbstbewusstsein. Wenn du dir deines Selbst bewusst bist, dann ist dir nicht nur klar, dass du dich gar nicht vergleichen brauchst, du kannst es auch gar nicht mehr. Es fällt sowohl die Notwendigkeit als auch die Fähigkeit dich zu vergleichen weg. Da einige Menschen der Meinung sind, alle, die Erfolg haben, würden sich mit anderen vergleichen, möchte ich dir sagen, dass es ganz sicher zwei verschiedene Arten von erfolgreichen Menschen gibt. Zum einen natürlich diejenigen, die sich immer vergleichen und die immer versuchen, der Beste zu sein, und die dann auch in den Raum reinkommen und denken: »Ah, hier bin ich der Beste, ich hab die alle in der Tasche.« Aber es gibt auch die anderen. Es kann sein, dass die nicht in der Mehrzahl sind, aber es gibt jede Menge erfolgreiche Menschen, zum Beispiel Sportler. Aber auch in allen anderen Bereichen des Lebens. Menschen, die einfach nur auf sich fokussiert sind. Ja, die vergleichen sich mit anderen. Ja, sie sind auch besser als andere. Sie sind vielleicht sogar die Besten, nicht nur im Raum, sondern vielleicht sogar weltweit. Aber sie laufen nicht ständig mit dem Gedanken im Kopf durch die Gegend: »Ah, ich bin der Beste, ich bin Weltmeister!«, sondern sie genießen, was sie tun. Sie leben intensiv. Das bringt der Vergleich zum Beispiel im Wettkampf natürlich mit sich. Das heißt aber nicht, dass sie sich darüber definieren. Und das heißt auch nicht, dass sie die ganze Zeit daran denken müssen. Und natürlich ist diese Variante die entspanntere. Denn wenn du jedes Mal, wenn du in einen Raum reinkommst, erst mal abchecken musst, ob du hier der Beste, Selbstbewussteste bist, dann wird das ziemlich anstrengend im Laufe der Zeit. Und dann kannst du nie entspannt sein. Dann bist du die ganze Zeit dabei, dich zu vergleichen. Und während du vielleicht bei diesem Zitat gedacht hast: »Ah, ich weiß nicht, ob das was für mich ist?«, kannst du jetzt vielleicht sehen, dass wir das alle tun. Die ganze Zeit. Wir vergleichen uns ständig mit anderen. Wir sind uns also unseres Selbst nicht bewusst. Die Gegenbewegung zu unserem Kleinheitsgefühl ist oft: »Mach dir klar, wie gut du bist! Sieh doch, dass du was Besonderes bist!« Das ist aber noch kein Selbstbewusstsein. Bei echtem Selbstbewusstsein fällt sowohl die Notwendigkeit der Erniedrigung als auch die Notwendigkeit der Überhöhung vollkommen weg.