Der Verstand verkraftet keine Vielfalt. Da fehlt ihm die Orientierung. Das ist der Grund, warum viele auch einen spirituellen Verstand entwickeln und mit dem Verstand in die Spiritualität gehen. Der Verstand braucht und sucht Orientierung. Er will Struktur und deshalb keine Abwechslung. Wenn sich dein Bewusstsein erweitert, wird es automatisch sehr vielfältig. Da kommt etwas ins Spiel, was der Verstand überhaupt nicht versteht. Einerseits kannst du alles und jeden annehmen und andererseits kannst du trotzdem Vorlieben und Präferenzen haben und auch Abneigungen. All das kann aus zwei Quellen gespeist werden. Die eine gewohnte Quelle ist unsere Programmierung. Da bleibt alles gleich. Wir haben unser Leben lang die gleichen Vorlieben, die gleichen Abneigungen. Und die zweite Quelle, aus der das gespeist werden kann, ist die Intuition. Und die ist im Vergleich zur Programmierung jeden Moment neu. Das heißt, es darf sich auch alles jederzeit ändern und es ändert sich auch, ohne dass du eingreifen musst oder eingreifen willst. Manchmal verkraften Menschen nicht, wenn sich die Lehre eines Lehrers ändert. Sie gestehen damit dem anderen das nicht zu, was sie sich für sich selbst so sehnlichst wünschen: Die Möglichkeit der Veränderung in jedem Moment. Die Erlaubnis, in jedem Moment so sein zu dürfen, wie sie sind, statt sich an den Vorstellungen von anderen oder an ihren eigenen Vorstellungen von sich selbst orientieren zu müssen. Sie streben nach der Freiheit, die sie anderen am liebsten verbieten würden. Und das, was ich anderen verbiete, kann ich mir selbst natürlich nur sehr schwer erlauben und herausnehmen. Und so erteilt auch der spirituelle Verstand Denkverbote für dich und für andere. Er findet bestimmte Themen und bestimmte Theorien unangemessen für einen Spirituellen. Tatsächlich geht es überhaupt nicht um die Themen und Theorien in der Spiritualität, sondern einzig und allein um dein Bewusstsein und die Schwingung, die sich dadurch ergibt. Du kannst ein und dasselbe Thema spirituell besprechen und du kannst in einer schlechten Energie darüber sprechen. Das hat noch nicht einmal etwas mit deiner Wortwahl zu tun. Da geht es einzig und allein um deine Stimmung. Und natürlich bedeutet das überhaupt nicht, dass du dich auf jede Diskussion einlassen musst. Du darfst dir aussuchen, worüber du sprechen möchtest und worüber nicht. Es ist aber trotzdem eine gute Übung, jemandem zuzuhören, mit dessen Ansichten du nicht einverstanden bist, nichts dazu zu sagen und das, was er sagt, einfach auf dich wirken zu lassen. Vielleicht fällt dir das bei einem spirituellen Lehrer leichter? Potentiell kannst du diese Übung jederzeit und mit jedem Menschen machen. Versuch deinem Verstand keine neue Orientierung zu geben! Sei bereit, nicht zu wissen!