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    29.1.2023AQ 1892
    »Der hat ein großes Ego!«
    0:008:49
    Ego ist die Identifikation mit einem Programm. Ego ist nicht das, was wir denken. Ego ist nicht egoistisch sein und Ego ist noch nicht einmal das, wenn wir sagen: »Der hat ein großes Ego!« Ego ist die Identifikation mit einem Programm. Und das Ego tut alles dafür, damit diese Identifikation entweder nicht aufkommt, im Sinn von nicht enthüllt wird, oder es tut alles dafür, diese Identifikation zu verteidigen. Es erfindet dafür auch gute Gründe, meistens braucht es die aber gar nicht, denn es lehnt die Aufdeckung des Programms und die De-Identifikation mit dem Programm einfach ab. Dabei macht dich dein Ego sogar noch zum Komplizen, denn es macht dir, wie so oft, Angst. Und das geht so: Bei einer De-Identifikation, also wenn die Identifikation klar wird und wegfallen könnte, fällt auch der damit verbundene Schmerz weg. Das bedeutet, dass dein Leid, zumindest in diesem Bereich, plötzlich überflüssig wird. Und das will keiner wahrhaben! Denn du warst bisher mit diesem Leid ebenfalls identifiziert. Wenn das jetzt wegfallen würde, würde es ja bedeuten, dass das alles nicht notwendig gewesen wäre. Du stehst sozusagen nackt da. Und es würde bedeuten, dass du die ganze Zeit etwas falsch gemacht hast, zumindest aus der Sicht deiner Bewertung beziehungsweise so wie du es gelernt hast. Etwas falsch zu machen ist ja schließlich schlecht. Tatsächlich stimmt das natürlich gar nicht. Denn ohne etwas falsch zu machen, kannst du auch nichts richtig machen. Und ohne etwas falsch zu machen, kannst du nichts lernen. Der Fokus deiner Programmierung liegt im Moment der Auflösung der Identifikation aber auf dem Fehler, statt darauf, dass der ja jetzt wegfallen könnte. Und kaum jemand ist in der Lage, sich selbst gegenüber einen so nachhaltig wirksamen Fehler einzugestehen. Es käme einer Weltbilderschütterung gleich und deshalb vermeiden die meisten Menschen ja auch diese. Eine Weltbilderschütterung will auch kaum jemand erleben, denn das würde bedeuten, dass alles, womit du dich identifiziert hast, falsch ist, dass alles, woran du geglaubt hast, falsch ist. Und wenn du für deinen Glauben sogar noch Schmerzen ausgehalten hast, dann willst du es doppelt und dreifach nicht wahrhaben. Wenn du dich für deinen Glauben beschränkt hast oder sogar dafür gelitten hast, wirst du alles tun, damit dieser Glaube nicht zusammenbricht. Und so halten die Menschen an der Identifikation mit ihren Programmen fest. Ein ganz normaler und vollkommen verständlicher Vorgang und ein Vorgang, den du noch nicht einmal als Vorwurf verwenden kannst, denn Vorwürfe sind ebenfalls Programme. Das ist auch der Punkt, warum Menschen keinen Zugang zu Weisheit und Intuition haben. Es ist ihnen schlicht und ergreifend wichtiger, sich mit den alten Programmen weiterhin zu identifizieren. Programme sind dabei alle Mechanismen, die wir gelernt haben, uns angeeignet haben, um unsere Gefühle zu unterdrücken und zu vermeiden. Jedes einzelne Programm verhindert die Weltbilderschütterung. Es sind Ausweich- und Abwehrmechanismen, mit denen wir das Trauma unserer Kindheit in Schach halten. Auch jede Sucht basiert auf diesen Programmen, denn Sucht ist eine Lösung für ein Problem, nämlich die Unterdrückung von Gefühlen. Die Herausforderung dabei ist, dass Programme unbewusst und automatisiert sind. Das bedeutet, sie laufen ab, ohne dass sie uns bewusst werden können und selbst wenn sie uns bewusst werden könnten, sind sie so schnell, dass wir nicht eingreifen können. Deshalb ist die Lösung kein schneller Trick, sondern ein sehr langsamer, und zwar immer mehr Bewusstsein in alles zu bringen. Und zwar nicht im Sinn eines sportlichen Wettkampfes höher, schneller, weiter, sondern immer tiefer. Und dieses Tiefer bekommt außer dir kaum jemand mit. Dein Ego findet das auch nicht gut, denn es fühlt Trennungsschmerz, da du die Identifikation mit deinen Programmen dadurch schrittweise auflöst. Und dabei wünsche ich dir trotzdem viel Spaß!