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    24.1.2023AQ 1887
    »Wär nicht das Auge sonnenhaft, die Sonne könnt es nie erblicken; läg nicht in uns des Gottes eigne Kraft, wie könnt uns Göttliches entzücken?«
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    »Wär nicht das Auge sonnenhaft, die Sonne könnt es nie erblicken; läg nicht in uns des Gottes eigne Kraft, wie könnt uns Göttliches entzücken?« Johann Wolfgang von Goethe Wenn dir Negatives, Unerwünschtes widerfährt, dann sprechen viele gern vom Spiegelgesetz. Es ist seltsam, dass wir das hauptsächlich im Negativen anwenden, denn es gilt im Positiven genauso. Und dieses Zitat von Goethe behandelt den positiven Aspekt des Spiegelgesetzes. Du kannst Schönes nur erkennen, wenn und weil es in dir ist. Es gibt auch ein englisches Sprichwort, das ebenfalls relativ häufig im Negativen verwendet wird, aber im Positiven genauso funktioniert. Das heißt: »It takes one to know one.« »Man muss genauso sein, um es zu verstehen, um es zu erkennen.« Nur durch sich selbst erkennt man andere, erkennt man Schönes. Wäre es nicht in uns, könnten wir es gar nicht erkennen. Wir hätten eine Blindheit für Schönes und Gutes, wenn es nicht in uns läge. Und so sehr das Spiegelgesetz im negativen Bereich helfen kann, um zu erkennen, dass es um uns geht, kann uns das Spiegelgesetz genauso im positiven Bereich helfen, zu erkennen, dass es um uns geht. Und im positiven Bereich ist es noch viel leichter, diesen Fehler zu machen, diesen Fehler der Übersprungshandlung. Und viele machen den. Wir sind nicht bereit zu bewundern. Wir überspringen das schöne Gefühl der Bewunderung und wollen sofort so sein wie der. Das ist eine reine Übersprungshandlung, um nicht fühlen zu müssen, was wir fühlen würden, wenn wir bewundern würden. Neid und Eifersucht sind also gar nicht das, was wir denken. Wir denken, wir sind neidisch und eifersüchtig, weil wir etwas haben wollen. Tatsächlich wollen wir etwas verdrängen. Wir wollen verdrängen, wie gut wir uns fühlen, wenn wir bewundern. Wir halten dieses Gefühl der Bewunderung gar nicht aus. Würden wir dieses Gefühl aushalten, könnten wir nie neidisch und eifersüchtig sein. Wir können niemals nur unsere negativen Eigenschaften im anderen erkennen, sondern immer auch alle unsere positiven. Wir tun es nur nicht, noch nicht einmal bei den positiven.