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    4.1.2023AQ 1867
    »Mein Leben ist so sinnlos!«
    0:004:59
    »Mein Leben ist so sinnlos!« ist auch nur ein Gedanke. Vielen Menschen fällt es unheimlich schwer, zwischen Gedanken und Gefühlen zu unterscheiden. Wir haben gelernt, unsere Gedanken so ernst zu nehmen, dass wir gar nicht merken, dass wir auch unsere Gefühle in Gedanken beschreiben. »Ich bin so glücklich!« oder »Ich bin so unglücklich!« ist auch nur ein Gedanke. Die Körperempfindung, die du fühlst, falls du sie fühlst, hat mit diesem Gedanken nichts zu tun. Körperempfindungen können im ersten Schritt zwar noch mit Druck, Stechen, Zuschnüren und solchen ähnlichen Worten beschrieben werden und damit bist du schon näher an der Körperempfindung. Aber je intimer du deine Gefühle, deine Körperempfindungen fühlst, desto mehr realisierst du, dass du Körperempfindungen gar nicht in Worte fassen kannst. Es gibt für diese Körperempfindungen keine sinnvollen Worte. Oft sind diese Körperempfindungen noch nicht einmal statisch, sondern fließend und damit wird es endgültig unmöglich, sie zu benennen. Aber du kannst sie beobachten. Es spricht auch nichts dagegen, sie trotzdem zu beschreiben, wenn dir währenddessen klar ist, dass das nur ein Annäherungsversuch ist. Wenn du mit deiner Aufmerksamkeit beim Gefühl bist, kannst du auch Worte verwenden. Aber es kann sein, dass dich diese Worte wieder zurück in den Kopf bringen. Und dann bist du mit deiner Aufmerksamkeit nicht mehr bei der Körperempfindung. Es geht also nicht darum, wie du nach außen wirkst oder was du tust oder nicht tust, sondern es geht darum, was du in dir machst. Das kann niemand so gut und so genau beobachten wie du. Natürlich nur dann, wenn du dazu in der Lage bist. Und das braucht Übung. Eine Übung, die du machen kannst und die ich dir empfehlen kann, ist, jeden Gedanken zu erkennen als das, was er ist: Auch nur ein Gedanke! Das heißt, ganz egal, was du jetzt gerade denkst und was du als Nächstes denkst und als Nächstes, du kannst dir immer darüber klar werden: Das ist jetzt auch nur ein Gedanke! Das heißt nicht, dass du den Gedanken verurteilst oder gar dich verurteilst, es heißt einfach nur, dass du dir dessen bewusst bist, dass das nur ein Gedanke ist. Und noch einer. Und noch einer. Und noch ein Gedanke. Und wieder ein Gedanke. Alles nur Gedanken.