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    2.1.2023AQ 1865
    »Wissenslücken von Wissen, das falsch ist, sind keine Lücken.«
    0:009:49
    Wissenslücken von Wissen, das falsch ist, sind keine Lücken. Es gibt viele Eltern und Lehrer, die Angst vor den Wissenslücken ihrer Kinder haben. Sie wünschen sich, dass ihre Kinder möglichst viel lernen. Aber sie stellen sich gar nicht die Frage, welches Wissen einen Wert hat. Sie denken: »Der Lehrplan wird schon richtig sein!« Aber selbst das denken sie gar nicht, sie gehen einfach davon aus, dass das alles seine Richtigkeit hat. Und sie verstehen gar nicht, wie so ein Lehrplan entsteht, wie diese Inhalte da rein kommen und warum die da drin sind. Und während das alles sehr überhöht dargestellt wird und auch so in unseren Köpfen existiert, habe ich eine Nachricht für dich: Das sind einfach nur Menschen, die sich einbilden, dass diese Inhalte da rein gehören. Die stimmen sich ab und andere sind auch dieser Meinung und dadurch gibt es in der achten Klasse Erdkunde einen Inhalt, der so beschlossen wurde. Dieser Inhalt wurde nicht auf Richtigkeit geprüft und er kann gar nicht auf Notwendigkeit geprüft werden, weil kein Mensch weiß, welches Wissen dein Kind in Zukunft braucht. Es weiß ja noch nicht einmal irgendjemand, ob es überhaupt Wissen braucht. Welchen Wert hat dein auswendig gelerntes Wissen, wenn du es innerhalb von Sekunden im Internet abrufen kannst? Allerspätestens seit Erfindung des Internets ist Schule vollkommen überflüssig, denn das, was die Kinder dort lernen, brauchen sie nie wieder. Und natürlich gibt es Fähigkeiten, die sie lernen können: Rechnen, Schreiben, Lesen. Wunderbar! Aber glaubst du wirklich, dass dein Kind nicht in der Lage ist, Rechnen, Schreiben und Lesen zu lernen, nachdem es Laufen und Sprechen von ganz alleine gelernt hat? Für wie dumm halten wir unsere Kinder eigentlich? Wie wenig trauen wir ihnen zu? So wenig wie uns selbst? Halten wir uns selbst für so großartige Versager? Glauben wir wirklich, dass wir nichts gelernt hätten, wenn wir nicht in die Schule gegangen wären? Das Wichtigste, was ein Kind lernen kann, ist das Lernen zu lernen. Und das muss es nicht, denn das geht gar nicht, weil es zu seiner Grundausstattung als Mensch gehört. Kein Mensch muss Lernen lernen. Jeder weiß, wie und unter welchen Umständen Lernen funktioniert. Wenn du dich für etwas begeisterst, wenn dir etwas Spaß macht, muss dich keiner überzeugen, es zu lernen. Wofür man aber sorgen kann, ist, dass du das Lernen verlernst. Das geht. Und das passiert auch. Und dafür sorgen Erziehung und Schulsystem. Also diejenigen Eltern und Lehrer, die sich so sehr um die Kinder sorgen und sich so sehr wünschen, dass sie möglichst viel lernen wollen. Damit bekommt der Umstand, dass unsere Wünsche unseren Widerständen entspringen, noch einmal eine vollkommen neue Bedeutung. Denn auch wir leben in diesem Widerstand. Auch wir haben das Lernen verlernt. Es wurde uns schwer gemacht und verunmöglicht, und zwar mit einem ganz einfachen Mittel. Ein Mittel, das überall gleich funktioniert beziehungsweise eben nicht. Und dieses Mittel heißt Angst. Mit Angst hat man es gelernt, dass du das Lernen verlernst. Deshalb traust du dich nicht einfach, etwas Neues auszuprobieren. Deshalb vertraust du dir selbst nicht. Und nur deshalb vertraust du auch deinem Kind nicht. Jeder Mensch hat unfassbar große Wissenslücken. Wissenslücken, die niemals zu schließen sein werden. Selbst der wissendste Mensch der gesamten Welt weiß nicht mehr als 0,0000, viele Nullen, 1 Prozent. Und wenn du dann davon nur ein Prozent weißt, heißt das gar nichts, denn im Verhältnis zum großen Ganzen ist das vollkommen unbedeutend. Alles zu wissen ist gar nicht möglich. Deshalb ist der Versuch schon zum Scheitern verurteilt. Und wir scheitern damit. Und wir schaffen es auch, dass unsere Kinder damit scheitern. Es gibt aber etwas, das wertvoller ist als Allwissen und das ist Weisheit. Weisheit kommt nicht davon, dass du alles weißt. Sie kommt davon, dass du alles fühlst. Auch diese Fähigkeit bringen unsere Kinder bereits mit, doch wir hören nicht auf sie. Wir achten ihre Weisheit nicht und erwarten, dass sie Wissen anhäufen. Wir zerstören ihre Fähigkeit zu lernen und wollen, dass sie sich mehr auswendig merken. Es gibt keine Wissenslücken. Es gibt nur Verrückte, die davon sprechen.