Angst sorgt für eine Verengung deines Bewusstseins. Wenn du Angst hast, reduziert sich dein Wahrnehmungskorridor. Man kann also mit Hilfe von Angst deinen Wahrnehmungskorridor verengen. Dann siehst du nur noch das, worauf sich deine Angst bezieht und alles andere blendest du aus. Deshalb funktioniert für viele Menschen das positive Denken nicht. Wenn du Angst hast, bringt es nichts, dich auf das Positive zu konzentrieren, weil die Angst genau das unmöglich macht. Wenn du bereit bist, die Angst in deinem Körper zu fühlen, trennt sich die reale Angst von der illusorischen und du wirst wieder offen für neue Möglichkeiten, sogar vollkommen ohne positives Denken. Die reale Angst ist die, die du im Körper fühlst. Die ist echt. Dieses Gefühl existiert wirklich. Die illusorische Angst sind alle deine Gedanken dazu. Jeder Gedanke, der zu Angst führt. Und jeder Gedanke, den du dir machst, während du Angst hast. Und auch jeder Gedanke, mit dem du versuchst, von der Angst loszukommen. All diese Gedanken existieren in dir nur, weil du die real existierende Angst in deinem Körper nicht fühlen kannst und nicht fühlen willst. In dem Moment, in dem du dich auf deine real gefühlte Angst einlassen kannst, sprich, sie wahrnehmen kannst, in dem Moment realisierst du etwas Unglaubliches. Die real im Körper gefühlte Angst macht nämlich gar keine Angst. Die ist fühlbar und aushaltbar. Das, was dir Angst macht, sind die Gedanken. Die fühlen sich aber gar nicht an wie Angst. Denn die sind ja nicht im Körper. Angst ist also ein Ping-Pong-Spiel zwischen realen Gefühlen im Körper und Gedanken dazu. Diesen Mechanismus zu erkennen, zu durchschauen und zu durchbrechen ist die Meisterübung. Nichts anderes ist so herausfordernd wie das. Wenn du sie meisterst, wirst du ein neuer Mensch sein. Kein Mensch ohne Angst und trotzdem unmanipulierbar.