Vertrauen ist ein Akt gegen das Ego vorzugehen. Genau genommen gibt es Vertrauen gar nicht. Es gibt nur die Abwesenheit von Misstrauen. Nur wenn du misstrauisch bist, wünschst du dir Vertrauen. Würde Misstrauen einfach wegfallen, hättest du gar nicht das Bedürfnis, dir Vertrauen zu wünschen. Aber während du misstrauisch bist, ist Vertrauen eine Möglichkeit, gegen dein Ego zu gehen. Du kannst also, wenn du misstrauisch bist, einfach vertrauen. Natürlich geht das nicht einfach, sondern du musst das gegen dein Ego durchsetzen. Du vertraust, obwohl sich dein Ego wehrt und dir sagt: "Das darfst du nicht. Das ist gefährlich. Sei lieber misstrauisch."’ Und statt deinem misstrauischen Ego zu folgen, tust du so, als wäre es gar nicht da. Das ist ganz automatisch Vertrauen. Nicht, weil du vertraust, sondern weil du gegen dein Misstrauen gehst. Wenn du das öfter machst, kann es sein, dass dein Misstrauen einfach wegfällt. Wenn nicht, macht das überhaupt nichts, denn du weißt ja jetzt, wie es geht. Du fühlst dein Gefühl des Misstrauens im Körper und vertraust dann einfach trotzdem. Dein Verstand wird alles tun, damit du nicht vertraust, also nicht entgegen deines Misstrauens handelst. Er wird dir die Hölle heiß machen. Er wird dir Horrorszenarien in den buntesten und schlimmsten Farben ausmalen. Das Einzige, was du dann erkennen musst, ist, dass es nur Gedanken sind und dass das nicht du bist. Du bist hinter den Gedanken und die Gedanken versuchen, dich zu steuern. Sie versuchen zu verhindern, was für dich tatsächlich vollkommen natürlich ist. Dein Misstrauen und die damit zusammenhängenden Gedanken zu ignorieren, ist intensive Deprogrammierung. Es macht nichts, wenn du dabei versagst und es doch nicht schaffst. Das Wichtige ist, dass du dich immer wieder daran erinnerst. Und sobald du dich daran erinnerst, ignorierst du dein Misstrauen einfach wieder.