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    8.11.2022AQ 1810
    »Für jede Veränderung braucht es ein Vakuum.«
    0:004:49
    Für jede Veränderung braucht es ein Vakuum. Zumindest interpretiert unser Verstand den Zustand der Veränderung, das Gefühl, das wir dabei haben, als Vakuum. Einerseits ist es eines — und zwar tatsächlich. Und andererseits gibt es das so nicht. Es gibt das nur in unserem Gefühl und natürlich in unseren Gedanken. Das Gefühl ist kein Vakuum, das Gefühl ist in deinem Körper. Der Verstand interpretiert aber eine Situation, in der etwas Altes wegfällt und das Neue noch nicht da ist, als orientierungslos oder leer oder eben als Vakuum. Wenn du in dieser Phase der Veränderung dieses Vakuum sofort wieder füllst, dann wird keine echte Veränderung eintreten. Denn du hast dich wieder abgelenkt. Du hast es gar nicht zugelassen, dass der Schmerz, der dadurch entstehen könnte, nach oben kommt. Du hast ihn so schnell wie möglich durch neue Aktivität verhindert. Der Trick beim Gefühlefühlen ist der, dass du bereit bist, das Gefühl bis zum Ende deines Lebens zu fühlen. Jede Sorge, jedes Problem ist der Verstand. Und für jede Veränderung braucht es ein Vakuum. Da braucht es erst diejenige Leere, die in dir den Gedanken auslöst: »Mist, ich hab keinen Peil! Was soll ich machen?« Und der Kern davon ist, dass du bereit bist, verzweifelt zu sein und keinen Rat zu wissen. Gleichzeitig versuchst du auch gar nicht mehr, dir von irgendwo einen Rat zu holen. Du bist bereit, dieses Vakuum zu fühlen. Wenn etwas wegbricht, versuchen wir, die Leere, die dadurch entsteht, immer so schnell wie möglich wieder zu füllen. Wir wollen das Gefühl nicht fühlen und deshalb wollen wir möglichst schnell zurück in die Fülle. Denn die Leere ist nicht so super. Wenn du nichts bräuchtest und du wärst trotzdem glücklich, was würdest du dann jetzt noch tun wollen? Worum kümmerst du dich dann noch? Was wäre dir noch wichtig?