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    7.11.2022AQ 1809
    »Alles, was der Staat ausgibt, wird durch dich finanziert.«
    0:005:49
    Alles, was der Staat ausgibt, wird durch dich finanziert. Was einerseits offensichtlich ist, wird auf der anderen Seite konsequent ignoriert. Denn würdest du den Staat nicht finanzieren, müsstest du auch nicht darum streiten, was er dir gibt. Würdest du dir nichts wegnehmen lassen, müsstest du nicht darum kämpfen, dass man dir etwas zurückgibt. Und na klar, ich weiß, dass das alles unter dem Thema "Solidarität und Sozialstaat" bei dir abgespeichert ist. Das kann dir aber nur deshalb so wichtig sein, weil du denkst: "Der Mensch ist von Grund auf schlecht und alle sind egoistisch." Und alle würden nur an sich denken und an niemand anders, wenn sie alles behalten dürften. Es ist nicht deine erlebte Realität, die ihn notwendig macht, denn die kennst du gar nicht ohne Staat. Du gehst nur davon aus, weil man dir eine Geschichte erzählt hat. Die Geschichte vom wilden und schlechten Menschen, der gezähmt werden muss. Und du realisierst dabei nicht, dass du das auf alle anderen projizierst, während du von dir selbst ganz genau weißt, dass es nicht so ist für dich. Du bist die Ausnahme. Das weißt du. Du würdest es auch zu Recht behaupten. Und gleichzeitig würdest du sagen: "Aber alle anderen nicht." Und so wie dir geht es allen anderen auch. Die Idee vom Menschen als wildem Tier, das man zähmen muss, zähmen und dominieren, die sorgt dafür, dass der Staat, so wie er existiert, seine Existenzberechtigung hat. Es ist nicht deine erlebte Realität, die dafür sorgt. Denn du kennst gar keine andere als die unter der Prämisse, dass man uns alle bändigen muss, weil wir unsoziale Wesen seien. Und selbst dann, wenn du nur denkst: "Na ja, aber irgendjemand muss es ja organisieren", nimmst du dir und allen anderen die Kraft und sprichst dir und allen anderen die Fähigkeit ab, etwas zu organisieren. Als ob du nicht in der Lage wärst, in Fülle zu leben und von dieser Fülle selbstverständlich etwas abzugeben. Nicht organisiert, sondern immer dann, wenn es sich richtig anfühlt für dich. Und du denkst, dieses Gefühl würde dich nicht richtig leiten. Dieses Gefühl muss organisiert werden, so wie wir denken, alle Gefühle organisieren zu müssen. Wir versuchen, unsere Gefühle in die Schranken zu weisen, zu unterdrücken, in die richtigen Bahnen zu leiten, zu verändern und so einzutüten, dass sich niemand beschweren kann. Anstatt deine Gefühle zu beobachten und zu fühlen, erzählst du dir lieber die Geschichte von der Solidarität. Wenn du gerne Steuern zahlst, um den Staat zu finanzieren, dann findest du es gut, dass man dir etwas wegnimmt, um dir anschließend wieder etwas Beliebiges, aber Geringeres zurückzugeben.