5.11.2022AQ 1807
»Wir sind hierher gekommen, um uns selbst zu erkennen.«
Wir sind hierher gekommen, um uns selbst zu erkennen. Du kannst wie ein Verrückter schöpfen und kreieren und dann kannst du mit 70 oder 80 sagen: "Wow, was ich alles erschaffen habe!" Und du kannst denken, dass du damit dein Ziel erreicht hast. Aber du wirst fühlen, dass etwas offen ist, dass du dein eigentliches Ziel nicht erreicht hast. Und dieses Ziel ist kein Verstandesziel. Da geht es nicht darum, dass du auf einer großen Bühne gestanden hast und Menschen dir zugejubelt haben oder dich bewundert haben, dass du möglichst viele Menschen unterhalten hast. Und da geht es noch nicht einmal darum, dass du möglichst vielen Menschen geholfen hast. Solange du dich selbst nicht erkannt hast, bleibt das Wesentliche offen. Und dieses Erkennen deiner selbst ist kein einmaliges Erkennen: "Ah, ich hab mich erkannt! Jetzt ist alles super!" Sondern dieses Erkennen geht immer tiefer. Es hat einen Anfang, aber kein Ende. Dieses Erkennen findet nicht im Verstand statt. Es geht nicht um eine mentale Erkenntnis: "Ah, ich bin hierher gekommen, um Schriftsteller zu sein! Und ich bin hierher gekommen mit einer Vision! Und ich habe eine Mission, ich will den Menschen helfen!" All das können Begleiterscheinungen deiner Selbsterkenntnis sein. Sie stehen aber nicht im Vordergrund. Im Vordergrund steht dein Erkennen deiner selbst. Und im Vordergrund steht die Annahme dessen, was tatsächlich hier ist. Nicht dein Streben nach Erreichen irgendwelcher Ziele, sondern dein Streben nach Klarheit. Selbst in der Spiritualität und vor allem in der Persönlichkeitsentwicklung lenken sich Menschen immer noch ab vom Wesentlichen. Es geht ihnen darum, etwas zu erreichen, sich selbst zu transformieren, etwas Besonderes zu erschaffen. Dagegen ist auch nichts einzuwenden und das passiert so oder so, wenn du dich erkennst. Denn das wahre Meisterwerk findet in dir statt. Es ist tatsächlich das Werk eines Meisters. Denn nur ein Meister bewältigt diese Aufgabe der Selbsterkenntnis.