Freiheit musst du dir erkämpfen, sonst ist sie nichts wert. Ich meine damit nicht den klassischen Kampf. Ich hätte auch sagen können: "Freiheit musst du dir erarbeiten!" Ich meine damit aber auch nicht die klassische Arbeit. Ich meine damit etwas, was gar nicht in unserem Sprachgebrauch verfügbar ist. Ich meine damit eine Entwicklung aus deiner Programmierung heraus in die Freiheit. Und diese Entwicklung ist kein Zuckerschlecken. Es reicht nicht, wenn du ein bisschen meditierst und ein paar Achtsamkeitsübungen machst. Das beinhaltet keine echte Entwicklung. Echte Entwicklung findet in deinem Leben statt, in ganz normalen alltäglichen Situationen und in ganz normalen herausfordernden Situationen. Ich meine damit nicht, dass du ins Tun kommen musst und trotzdem musst du dafür etwas tun. Es ist einfach nicht zu beschreiben, was ich meine. Wenn du Freiheit geschenkt bekommen würdest, dann würde ein ganz ähnlicher Effekt eintreten, wie wenn du Geld geschenkt bekommst. Du könntest es zwar ausgeben und genießen, aber du wüsstest es nicht wirklich zu schätzen, weil es nicht aus dir kommt, weil es nicht dir entsprungen ist. Du musstest nichts dafür tun und hast es einfach bekommen. Du kannst natürlich Spaß haben damit, aber erfüllend ist es nicht. Die Erfüllung liegt auch gar nicht im Geld und sie liegt auch nicht in der Freiheit. Sie liegt in dem Weg, den du gehst, um das zu bekommen. Dieser Weg ist die Erfüllung. Oft noch nicht währenddessen, weil er schwer, kaum machbar und sogar unmöglich erscheint. Als Ergebnis bekommst du eine Freiheit, die nicht mehr vergeht. Eine Freiheit, die dir niemand mehr nehmen kann. Eine Freiheit, die tief in dir verankert ist, unerschütterbar und unmanipulierbar. Eine Freiheit, die du dir erarbeitet hast, ohne zu arbeiten. Eine Freiheit, die durch die Konfrontation deiner Programmierung entstanden ist. Diese Freiheit kannst du dir nur in Krisensituationen erarbeiten. Und es ist egal, ob das eine persönliche oder eine kollektive Krise ist. Allerdings musst du diese Krise anders bewältigen als die anderen: Nicht im Widerstand, sondern als Beobachter. Nicht in Gedanken gefangen, sondern in deinen Gefühlen, deinen Körperempfindungen verweilend verbunden mit der Bereitschaft, alles zu erleben, was auf dich zukommt. Diese Bereitschaft führt dich in die Freiheit. Eine Freiheit, die du dir erkämpft hast und die trotzdem frei von Kampf ist.