Du kannst von nichts leben. Denn du lebst ja schon. Wie oft hast du schon den Satz gehört oder selbst gesagt: "Aber davon kann ich ja nicht leben!" Und natürlich verstehe ich, was du damit meinst. Du willst damit sagen, dass du davon dein Leben nicht finanzieren kannst. Aber das würde ja bedeuten, dass du nur leben würdest, wenn du es finanzieren kannst. Und das kann nicht wahr sein. Es ist also keine Haarspalterei, wenn ich sage, dass du von nichts leben kannst, weil du schon lebst. Ich weiß, was du meinst. Du meinst, du brauchst Geld zum Leben. Du willst dein Leben finanzieren. Du willst dir etwas kaufen. Du willst deine Miete bezahlen, Essen, Kleidung und so weiter. Das Problem an diesem Satz ist, dass er trotzdem nicht stimmt. Auch wenn ich dich verstehe, was du damit meinst. Er ist einfach nicht wahr, denn du gehst davon aus, dass es nur eine Möglichkeit gibt zu leben, nämlich indem du dein Leben finanzierst. Das Problem dabei ist Folgendes: Du stellst die Finanzierung deines Lebens als unumstößliche Tatsache und Priorität Nummer 1 ganz vorne hin. Dadurch passt nichts anderes mehr hin, nämlich alle Alternativen, die es dazu gibt. Und damit alleine schon die Alternative, dass es möglich sein könnte, dass du deinen Lebensunterhalt entspannt verdienst. Du kannst das in dir selbst beobachten. Dieses Argument, dass du davon leben können musst, tötet deine Kreativität. Es zerstört deine Flexibilität und es verhindert deine freie Entfaltung. Natürlich brauchst du Geld, aber das sollte nicht deine erste Priorität im Leben sein. Und das heißt auch nicht, dass du nur wenig davon haben sollst oder darfst. Ganz im Gegenteil! Wenn du beginnst, diese erste und einzige Priorität bei der Wahl dessen, was du hier tust, beiseite zu schieben, kannst du sogar noch viel mehr verdienen, weil du das, was du tust, nicht mehr vom Geld abhängig machst, sondern von deiner Freude, von deinen Fähigkeiten und von deinen Interessen. Wenn diese drei Antriebsfedern zusammenkommen, bist du gar nicht aufzuhalten. Aber die Idee, dass du davon leben können musst, hält dich davon ab, auch nur eine einzige dieser Antriebsfedern ernst zu nehmen. Du denkst nämlich, dass du dir das nicht leisten kannst, dich an diesen Antriebsfedern zu orientieren. Du glaubst, das sei nur für Träumer möglich, für Fantasten und für Verrückte, für Menschen, die sich das leisten können. Und jetzt stellt sich nur noch die Frage: Können die sich das finanziell leisten oder geistig? Können sie es sich leisten, so zu denken und ihre Prioritäten entsprechend festzulegen, weil sie Geld haben oder weil sie es können und deshalb einfach tun? Wir begehen in diesem Prozess einen großen Fehler, indem wir die Frage nach der Henne und dem Ei stellen. Und die verwirrt uns. Denn es muss doch eine Henne da gewesen sein, bevor ein Ei gelegt wurde. Aber woher soll die Henne kommen, wenn nicht aus dem Ei? Und so denken wir im Kreis und erkennen unseren Denkfehler nicht. Und der liegt in Folgendem: Sowohl die Henne als auch das Ei haben einen Schöpfer. Oder anders ausgedrückt: Vor allem du bist.