Du willst Geld nicht deshalb manifestieren, weil du Geld toll findest, sondern weil du ungern mit dem Gefühl bist, das du hast, wenn du ohne Geld bist. Viel zu viele Menschen denken, sie hätten gerne mehr Geld und sie verstehen dabei nicht, dass sie sich nicht das Geld wünschen. Sie wünschen sich das, was sie sich mit dem Geld leisten könnten. Der Grund für ihren Geldwunsch ist aber kein Wunsch, sondern in den meisten Fällen ein Verdrängungsmechanismus. Menschen hätten gerne Geld, um das Gefühl nicht zu fühlen, das sie tatsächlich haben, das immer dann präsent ist, wenn sie zu wenig Geld haben, wenn sie der Meinung sind, zu wenig Geld zu haben. Es gibt nämlich weder zu wenig noch genug. Dieses Genug, das du dir jetzt gerade einbildest, ganz egal, welche Idee das ist, 100.000 wären genügend, 1.000.000 wäre genügend, 10.000.000 würden reichen, 10.000 wären schon genug. Dieses Genug wird nicht eintreten, denn Genug ist ein Gefühl und kein Zustand. Genug ist das Gefühl von Zufriedenheit. Und Genug entsteht durch eine Haltung. Genug entsteht nicht dadurch, dass du immer mehr willst, denn dieses Immer Mehr kannst du auch für immer fortsetzen. Paradoxerweise ist es zusätzlich so, dass diejenigen, die sich mehr Geld wünschen, den Zustand des 'mehr Geld habens', also auf deutsch des Reichseins, verurteilen. Sie gehen davon aus, dass Geld die Ursache für viele Probleme und Fehler ist. Geld prägt unseren Charakter aber nicht, es macht ihn nur sichtbar. Es ist ein großes Paradox, dass wir uns etwas wünschen, was wir verurteilen. Und selbst, wenn wir es nicht bewusst verurteilen, dann ist es häufig so, dass wir unbewusste Überzeugungen haben von Dingen, bestimmten Umständen und Menschen. Alle Situationen, die wir nicht selbst erlebt haben, interpretieren wir als Zuschauer von außen. Wir wissen gar nicht, was in den Menschen vorgeht, aber wir haben schon eine sehr klare Vorstellung davon. Wir meinen nämlich zu wissen, wie es uns gehen würde, ohne es jemals erlebt zu haben. Bei so vielen Trugschlüssen auf einem Haufen muss es schiefgehen. Und Gott sei Dank geht es auch schief, bis es uns auffällt, bis uns unsere Fehlannahmen und all unsere Widerstände bewusst werden, bis uns klar wird, dass unsere Wünsche alle Übersprungshandlungen waren. Mit jedem einzelnen Wunsch wollten wir ein Gefühl vermeiden. Deshalb gehen unsere Wünsche Gott sei Dank nicht in Erfüllung. Die Erfüllung unserer Wünsche würde uns nicht helfen, sondern neue Steine in Form von Illusionen und Verdrängungsmöglichkeiten in den Weg legen. Niemand will reich sein. Jeder will frei sein von bestimmten Gefühlen. Erst wenn wir bereit sind für diese Gefühle, sind wir auch bereit für Reichtum. Dieser Reichtum ist unabhängig von Geld. Er existiert ohne Geld genauso wie mit sehr viel Geld. Arm und Reich sind keine Kontostände, sondern Gefühle.