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    16.10.2022AQ 1787
    »In der Rebellion gegen etwa gibst du dem, wogegen du bist, die gleiche Bedeutung, wie wenn du dafür bist.«
    0:006:49
    In der Rebellion gegen etwa gibst du dem, wogegen du bist, die gleiche Bedeutung, wie wenn du dafür bist. Das, was du ablehnst, hat oft sogar eine noch größere Bedeutung. Dein Fokus auf deine Ablehnung sorgt für diese größere Bedeutung. Und so kommt es, dass du denkst, du würdest etwas bekämpfen, während du es stärkst. Das ist ein unfassbarer Mechanismus. Dein Kampf gegen etwas bekämpft es nicht, sondern verstärkt es. Es gibt ihm noch mehr Bedeutung. Und trotzdem traust du dich nicht, es zu ignorieren. Genau genommen hast du es nie gelernt beziehungsweise besser gesagt: Du hast das Gegenteil gelernt. Es wurde dir das Gegenteil beigebracht. Man hat dir gezeigt, gesagt und vor allem vorgelebt, wie das mit den Problemen funktioniert. Und zwar so, dass du dich intensiv mit ihnen beschäftigen musst, dass du im Widerstand zu deinen Problemen sein musst. Man hat dir zwar gezeigt, wie es funktioniert, aber man hat dir nicht gesagt, was man dir da zeigt, wie es funktioniert. Man hat dir gezeigt, wie es funktioniert, deinen Fokus auf das Negative auszurichten. Man hat dir gezeigt, wie es geht, dich dein Leben lang mit dem zu beschäftigen, was du nicht willst. Man hat dir gezeigt, wie du das in dein Leben ziehst, was du nicht willst, wie du deinen Fokus auf das ausrichtest, was dir unangenehm ist. Man hat dir gesagt, was du ablehnen musst und dass du es ablehnen musst. Und man hat dir gesagt, alles andere sei Verdrängung und die sei schlecht. Man hat dir gesagt, dass du nicht wegschauen darfst, während man dir verschwiegen hat, dass auch dein Hinschauen immer nur selektiv sein kann. Und man hat dir verschwiegen, dass diese Selektion nicht durch dich erfolgt, sondern durch diejenigen, die es dir vorleben. Und selbstverständlich wussten es die sehr wahrscheinlich auch nicht, was sie da tun. Im Widerstand erreichst du aber nicht das, was du willst, sondern das, was du nicht willst. Oft ist es im Widerstand sogar noch extremer als in der Befürwortung. Wenn du etwas befürwortest, bist du gar nicht ein derart glühender Verfechter. Aber wenn du etwas ablehnst, wenn du dagegen bist, wenn du es vielleicht sogar hasst, dann bist du mit einem großen Teil deiner Energie dabei und kreierst dadurch mehr von dem, was du nicht willst. Wenn du etwas nicht willst, führt gar kein Weg daran vorbei, es zu ignorieren. Entweder weil du es willst oder weil du es kannst. Und genau damit gehen die meisten in den Widerstand. Denn das ist unser Programm: Du darfst das Negative nicht ignorieren. Das Positive komischerweise schon. Bei diesem Programm bleibt so vieles im Unklaren, in allererster Linie die Frage: Wer definiert, was negativ und was positiv ist? Wodurch entstehen diese Einschätzungen? Wer lehrt dich, was du ignorieren darfst und was nicht? Und wie geht es dem?