13.10.2022AQ 1784
»In dem Moment, in dem du das erlebst, wovor du Angst hattest, hast du keine Angst mehr davor.«
In dem Moment, in dem du das erlebst, wovor du Angst hattest, hast du keine Angst mehr davor. In einem wirklich angsteinflößenden Moment, in einem tatsächlich ängstlichen Moment hast du keine Angst mehr. Und das hat einen ganz einfachen Grund: Du hast keine Zeit dafür. Um Angst vor etwas haben zu können, brauchst du eines und das ist Zeit. Denn du brauchst Zeit, darüber nachzudenken. Du brauchst Zeit, es dir vorzustellen und in den allerschlimmsten Farben auszumalen. Das heißt nicht, dass das, was passiert, wovor du Angst hattest, dann überhaupt nichts ausmacht. Es heißt nicht, dass nichts passiert. Es passiert etwas. Aber du hast keine Zeit für die Gefühle, die du dir vorher ausgemalt hast. Du kommst einfach nicht dazu. Du denkst noch nicht einmal daran. Angst ist ein Phänomen, das Zeit braucht. Wenn dir diese Zeit fehlt, hast du keine Angst. Nur wenn du viel zu viel Zeit hast, darüber nachzudenken und dir furchteinflößende Umstände auszudenken, kannst du das Angstspiel fortsetzen. Es gibt also nur zwei Möglichkeiten, die ausgedachte Angst loszuwerden. Die erste Möglichkeit ist: Du hast keine Zeit. Und die zweite Möglichkeit ist eine Fähigkeit, die du entwickeln kannst: Du hörst auf, darüber nachzudenken.